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Essen
Merkel bei Kundgebung in Essen massiv gestört

Essen: Merkel bei Kundgebung massiv gestört
Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und OB-Kandidat Kufen (CDU). FOTO: Roland Weihrauch
Essen. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bei einem Wahlkampfauftritt in Essen anhaltend gestört worden. Mit Trillerpfeifen und Zwischenrufen wie "Merkel raus" versuchte eine Gruppe vor allem jüngerer Leute, Merkel aus dem Konzept zu bringen. "Statt zu schreien, sollten Sie den besten Oberbürgermeister für Essen unterstützen", rief Merkel den Störern zu.

Die CDU-Bundesvorsitzende war nach Essen gekommen, um dem Unionskandidaten zur OB-Wahl am 13. September, Thomas Kufen, "Rückenwind zu geben", wie sie sagte. Der gebürtige Essener Kufen (42) gehört dem Landtag an und war Integrationsbeauftragter der schwarz-gelben Landesregierung. Er ist Herausforderer des amtierenden Oberbürgermeisters Reinhard Paß (59). Der SPD-Politiker ist allerdings innerparteilich umstritten. Er sei für den OB-Posten "die falsche Person", hatte die Essener SPD-Vorsitzende Britta Altenkamp erklärt. Bei einer Mitgliederbefragung konnte sich Paß aber durchsetzen.

In ihrer halbstündigen Rede auf dem Burgplatz in Essen spielte Merkel vor mehreren tausend Zuhörern auf diese Vorgänge an und sagte: "Thomas Kufen hatte keine Schwierigkeiten. Die CDU wollte ihn einstimmig." Kufen sagte: "Ich brenne für diese Stadt."

Merkel zeigte sich unzufrieden mit der bisherigen Verteilung der Flüchtlinge in Europa: "Es kann nicht sein, dass fünf Länder die ganze Last tragen." Nötig sei eine "faire Verteilung der Aufgaben". Auch zur Wahl-Panne in Köln äußerte sie sich später am Abend: "Wer die Stimmzettel nicht richtig auszählen kann - da muss ein Neuanfang gemacht werden."

(hüw)
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