| 10.28 Uhr

Heimlich im Krankenhaus gelebt
Der blinde Patient

Essen: Obdachloser lebte heimlich in Krankenhäusern
Die Polizei konnte den Obdachlosen am Mittwoch festnehmen. FOTO: Gerhard Seybert
Essen. Dieser Fall hat die Polizei lange Zeit auf Trab gehalten: Ein Obdachloser lebte offenbar mehrere Monate lang heimlich in mindestens zwei Essener Kliniken und stahl dort regelmäßig Kleidung und Lebensmittel. Jetzt ist der Mann gefasst worden. Von Marcel Romahn

Er klaute aus Kühlschränken, benutzte abgelegene Badezimmer und stahl den Pflegern die Kleidung aus dem Spind. Welche beiden Krankenhäuser in den vergangenen Monaten regelmäßig mit diesen Diebstählen zu kämpfen hatten, wollte die Polizei auf Nachfrage nicht sagen. Fest steht jedoch: Erst durch intensive Ermittlungen – etwa Zeugenvernehmungen und der Einsatz von Zivilfahndern – konnte der 32-jährige mutmaßliche Täter gefasst werden.

Offenbar hat der Obdachlose die Krankenhäuser sogar während der Ermittlungen gewechselt. "Wir haben in einer Klinik einen deutlichen Anstieg von Straftaten verzeichnet", sagte ein Polizei-Sprecher unserer Redaktion. "Dann ging die Zahl der Delikte plötzlich zurück und stieg an anderer Stelle massiv an." Der Mann schien sich im Klinikbetrieb stets sehr vorsichtig zu bewegen und blieb deshalb unbemerkt. "Allerdings hat er wohl den Fahndungsdruck zu spüren bekommen und dann die Klinik gewechselt", sagt der Sprecher.

In der zweiten Klinik ging der Mann den Ermittlern am Mittwochabend schließlich ins Netz. In der Vernehmung bereute er laut Polizei die Straftaten und beteuerte, dass es ihm lediglich "ums Überleben" gegangen sei. Inzwischen hat ein Richter Haftbefehl gegen den Mann erlassen. Mit welcher Strafe er nun rechnen muss, lies die Polizei offen.

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