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Unterlassene Hilfeleistung in Essen
Die vier Bankkunden sind noch nicht gefunden

Essen: Unterlassene Hilfeleistung - Vier Bankkunden noch nicht gefunden
Die Bilder der Überwachungskamera zeigen, wie die Kunden über den am Boden liegenden Mann hinweg steigen. FOTO: Polizei Essen
Essen. Nachdem in Essen ein Mann gestorben ist, der in einer Bank zusammengebrochen war, sucht die Polizei weiter nach vier Bankkunden, die ihm nicht geholfen haben.

Zurzeit würden Bilder einer Überwachungskamera ausgewertet, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Gesucht würden sowohl Männer als auch Frauen. "Gegen sie läuft ein Strafverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung", sagte der Polizeisprecher.

Man sei zuversichtlich die Personen zu finden, sagte der Sprecher am Samstagmorgen auch auf Anfrage unserer Redaktion. 

Der Rentner war am 3. Oktober im Vorraum einer Bankfiliale zusammengebrochen und später gestorben. Nacheinander kamen vier Kunden, um Geld zu ziehen oder Überweisungen zu tätigen. Den Sterbenden beachteten sie nicht, obwohl er mitten im Raum lag. Erst ein fünfter Kunde holte Hilfe. Der erschütternde Fall wurde erst jetzt öffentlich gemacht.

Wer angesichts eines Notfalls bewusst wegschaut, macht sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar und muss im schlimmsten Fall mit einer Haftstrafe rechnen. Paragraf 323c des Strafgesetzbuches stellt klar: "Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft."

(das/dpa)
 
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