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Hunde-Angriff in Euskirchen
Vergifteter Hund wird überleben

Hund Jakob wird vergiftet - Frauchen muss zusehen
Hund Jakob wird vergiftet - Frauchen muss zusehen FOTO: Tanja Balkhausen
Euskirchen. Dem Beagle, der vor den Augen seiner Besitzerin vergiftet wurde, geht es besser. "Er wird überleben", sagte ein Polizei-Sprecher am Freitag. Die Suche nach einem verdächtigen Seniorenpaar geht weiter. Von Klas Libuda

Die Euskirchenerin Tanja Balkhausen war am Mittwochmorgen mit ihrem Hund Jakob unterwegs, als ihr der Beagle-Welpe aus der Hand gerissen und vergiftet wurde. Ein Seniorenpaar hatte Balkhausen überwältigt. Der Mann hielt die 40-Jährige fest, seine Begleiterin holte kleine Wurststücke aus einem Gefrierbeutel, die sie dem Hund zu fressen gab.

Stundenlang kämpfte der Beagle um sein Leben, bekam Infusionen, auch am Donnerstag stand es noch schlecht um den sechs Monate alten Welpen. Entwarnung gab es erst am Freitag. "Dem Hund geht es den Umständen entsprechend gut", sagte ein Euskirchener Polizei-Sprecher am Freitagmorgen. Ob der Beagle von der Giftköder-Attacke bleibende Schäden davontragen werde, bleibe jedoch noch abzuwarten.

Fahndung nach Tätern geht weiter

Die Fahndung nach den Tätern geht derweil weiter, Hinweise lägen bislang keine vor, heißt es von der Polizei. Tanja Balkhausen hatte die Angreifer auf um die 70 Jahre geschätzt, nach der Tat war das Paar auf Fahrräder gestiegen und davongefahren. 

Ein solch "extremer Fall" sei in Euskirchen bislang einmalig, sagt Stadtsprecherin Silke Winter. "Das gab es in dieser Qualität noch nicht", heißt es auch von der Polizei. Fälle, bei denen in Parks und an Waldwegen Giftköder ausgelegt wurden, habe es schon gegeben. "Aber nicht in besonderer Häufung", sagt Winter. Zwei Parkaufseher, die ihre Augen auch nach Ködern aufhielten und entsprechenden Hinweisen nachgingen, seien ohnehin ständig in den städtischen Anlagen unterwegs.

Grund seien oft Streitigkeiten unter Nachbarn

Die Täter zu fassen, gilt als besonders schwierig. Wenn sie nicht auf frischer Tat ertappt werden, helfen nur Hinweise aus dem Umfeld. Grund für die Tat seien oft Streitigkeiten unter Nachbarn, oder aber man habe es mit "Hundehassern" zu tun, sagt der Euskirchener Polizeisprecher. Vor zwei Jahren habe ein Mann in Euskirchen Hundefutter mit Gift, Glassplittern und Rasierklingen präpariert und ausgelegt. Ausgangspunkt sei ein privater Streit gewesen. Seitdem sei kein Fall mehr bekannt geworden. 

Das Motiv des Seniorenehepaars, das Tanja Balkhausen festhielt und ihren Beagle vergiftete, bleibt wohl unbekannt, solange die Täter nicht gefasst sind. Der Mann soll etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß und sehr schlank sein. Er trug eine silberne Brille und hatte die silbergrauen Haare nach hinten gekämmt. Die Frau ist etwa 1,60 Meter groß und schlank. Seine Begleiterin hat eine silbergraue Kurzhaarfrisur und trug eine kleinkarierte grün-beigefarbene Hose. Gegen das Paar wird wegen Nötigung und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

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