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Krematorien in den Niederlanden
So umgehen Angehörige die Bestattungspflicht in NRW

Hintergrund: Das kosten verschiedene Bestattungsarten
Hintergrund: Das kosten verschiedene Bestattungsarten FOTO: Michael Reuter
Düsseldorf. In NRW dürfen Angehörige die Asche eines Verstorbenen nicht mit nach Hause nehmen. Manche lassen den Toten deshalb in den Niederlanden verbrennen - anschließend holen sie die Urne zu sich nach NRW.  Von Markus Werning

Bestatter aus der Grenzregion zu den Niederlanden bestätigten unserer Redaktion, dass sie regelmäßig Anfragen nach einer Feuerbestattung in den Niederlanden erhalten. Oft gehe es dann aber nur darum, einen Leichnam ins Nachbarland zu bringen - ohne die Asche anschließend auch wieder abzuholen. "Meistens ist der Auftrag mit dem Transport zum Krematorium für uns erledigt", sagt Maximilian Meier vom Bestattungsunternehmen Vogelskamp in Erkrath.

Was passiert mit der Asche?

Die Asche holen die Angehörigen selbst ab. Das ist in den Niederlanden erlaubt, auch Deutschen, sagte Birgit Rusken vom Krematorium De Lariks in Hardenberg der Zeitung "De Gelderlander". Ob die Hinterbliebenen die Asche anschließend auf einem Friedhof beisetzen lassen oder mit nach Hause nehmen, lasse sich dann aber nicht mehr kontrollieren, berichten Bestatter. "Wir weisen unsere Kunden auf die Rechtslage hin", sagt Meier. Und demnach gilt wieder die Bestattungspflicht, sobald die Angehörigen mit der Asche des Toten zurück in NRW sind. Aber mehr als darauf hinweisen, können Meier und seine Kollegen nicht.

Denn in Nordrhein-Westfalen werde nur dokumentiert, dass ein Leichnam zu einem Krematorium in die Niederlande gebracht worden sei, sagt Bestatter Detlef Venschott aus Greven. Dafür müsse bei den örtlichen Behörden ein Leichenpass beantragt werden. Das Krematorium in den Niederlanden müsse aber nicht melden, wenn die Asche von den Angehörigen und nicht von einem Bestatter abgeholt werde. "Eine Meldepflicht besteht seitens der niederländischen Krematorium nicht", teilt der Bestatterverband NRW mit.

Asche eines Binnenschiffer im Kanal verstreut

Die Angehörigen eines Binnenschiffers seien deshalb in der Lage gewesen, die Asche in den Niederlanden abzuholen und in Nordrhein-Westfalen in einem Kanal zu verstreuen, berichtet ein Bestatter, der nicht genannt werden will. Denn die Hinterbliebenen verstießen damit gegen das Gesetz über Friedhofs- und Bestattungswesen in NRW. Der Bestatter spricht von drei bis vier Fällen dieser Art im Jahr.

Einer seiner Kollegen verzeichnet eine wachsende Nachfrage bei Leichenfahrten in die Niederlande: Einmal pro Monat fahre er einen Toten zu einem Krematorium im Nachbarland, sagt Bestatter Heinrich Altendeitering aus Wietmarschen in der Nähe der holländischen Grenze. Das sei früher nicht der Fall gewesen: In diesem Jahr sei er so oft wie noch nie in den Niederlanden gewesen, heißt es beim Bestatter in Niedersachsen. 

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Von der Nachfrage aus Deutschland profitierten natürlich auch die holländischen Krematorien an der Grenze zu Deutschland, schreibt die Zeitung "De Gelderlander". Allein in Twente würden pro Jahr etwa 200 Deutsche kremiert, bei 3800 Kremierungen insgesamt.

(wer)
 
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