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Sauerland
Feuerwehrmann zündet Flüchtlingshaus an

Passau - täglich bis zu 10.000 Flüchtlinge
Passau - täglich bis zu 10.000 Flüchtlinge FOTO: ap
Altena. Er wollte keine Flüchtlinge in der Nachbarschaft. Deshalb legte ein Mann in einem Haus für Flüchtlinge im Sauerland Feuer. Sein Motiv ist zwar fremdenfeindlich, rechtsextrem sei der Mann aber nicht, meinen die Ermittler.

Nach dem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft im sauerländischen Altena sind zwei mutmaßliche Brandstifter festgenommen worden. Einer der Tatverdächtigen ist ein Feuerwehrmann.

Die 23 und 25 Jahre alten Männer leben im selben Wohngebiet, berichtete die Polizei in Hagen am Freitag. Sie hätten in den Vernehmungen zugegeben, am vergangenen Samstag einen Anschlag auf das Wohnhaus verübt zu haben. Der Feuerwehrmann legte auf dem Dachboden das Feuer mit Benzin, der 23-Jährige stand während der Tat Schmiere. Verletzt wurde bei dem Anschlag niemand. Als Motiv gab der 25-jährige Feuerwehrmann an, keine Flüchtlinge in seinem Umfeld haben zu wollen.

Nachbarn der erst einen Tag zuvor von sieben Syrern bezogenen Unterkunft hatten beim Empfang der Flüchtlinge Brandgeruch bemerkt. Verletzt wurde bei dem Anschlag niemand.

Bei dem Feuer war ein Sachschaden von 20.000 Euro entstanden. Nach dem Anschlag hatte die Polizei wegen des vermuteten fremdenfeindlichen Hintergrundes mit Hochdruck ermittelt. Es habe einen Hinweis aus der Bevölkerung gegeben, der zu den bisher völlig unbescholtenen Männern geführt habe. Außerdem wurde der 23-Jährige beim Kauf des Benzins an einer Tankstelle von einer Videokamera aufgezeichnet.

Die Tat habe zwar einen fremdenfeindlichen, aber keinen rechtsradikalen Hintergrund. Das geständige Duo ist nach Auskunft der Polizei dem bürgerlichen Umfeld zuzurechnen. Deshalb sei auch kein Haftbefehl beantragt worden. Es werde aber wegen schwerer Brandstiftung gegen die Männer ermittelt.

(lnw)
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