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Spuren im Kreis Kleve
Der Fischotter ist zurück in NRW - und will bleiben

Fischotter kehren zurück nach NRW
Fischotter kehren zurück nach NRW FOTO: dpa, bt skm sab
Düsseldorf. Der Fischotter ist auf Comeback-Tour in NRW: Vor sechs Jahren wurden erstmals wieder Spuren gesichtet, inzwischen sind bereits mehr als ein Dutzend Tiere nachgewiesen worden. Auch im Kreis Kleve wurden bereits Otterspuren gefunden.

Mit einer Kamerafalle kam die "Flora- und Fauna Arbeitsgruppe Gelderse Poort" dem Otter im Januar 2014 auf die Schliche. Es war die erste Beobachtung eines heimischen Fischotters seit den 1960er Jahren.

 

Wo Laien ein dunkles Häufchen sehen, sieht Niels Ribbrock von der Biologischen Station Recklinghausen das Gedeihen einer jahrzehntelang verschwundenen Art. Wenn der 43-Jährige durch die Naturschutzgebiete in der Heubach-Niederung streift, im frischen Kot die Gräten zählt und über den Fischotter schwärmt, wird klar: Hier hat es ein ökologisches Comeback gegeben.

Rund 60 Jahre lang galt der eurasische Fischotter in Nordrhein-Westfalen als ausgestorben. Heute gibt es wieder eine kleine Population, die sich im westlichen Münsterland ausbreitet. Ribbrock hilft ihr dabei. Er ist sicher: Der Fischotter ist gekommen, um zu bleiben.

Tierische Rückkehrer in NRW FOTO: Uli Stadler nabu

Seine Arbeit begann mit einem ungewöhnlichen, pelzigen Kadaver, der vor sechs Jahren an einer Autobahn mitten in NRW lag. Der Fund eines Fischotter-Männchens nahe Dülmen galt als eine kleine Sensation.

Der Fischotter gehörte einst zur Natur wie das Eichhörnchen oder der Igel. Doch sein Fell war begehrt, und sein Fischhunger gefürchtet, jährlich wurden Tausende Tiere Opfer der Jagd. "Den endgültigen Todesstoß hat ihm die schlechter werdende Wasserqualität versetzt. Die Tiere konnten hier einfach nicht mehr überleben", schildert Ribbrock. Industrie und Bergbau dezimierten den Fischreichtum und Waschmittelrückstände griffen das schützende Fell des Otters an.

NRW-Umweltbericht 2013: Diese Tiere sind vom Aussterben bedroht FOTO: dpa, Rolf Haid

Bei seiner Rückkehr ist der Fischotter heute nicht allein. Auch Wölfe, Biber oder Wanderfalken werden wieder im Land gesichtet. "Die Umweltschutzmaßnahmen tragen langsam Früchte, der natürliche Lebensraum der Tiere wird nach und nach wieder hergestellt", sagt Birgit Königs, Sprecherin vom Naturschutzbund (NABU) in NRW.

Seit 2010 wird die Region zwischen Haltern am See und Coesfeld systematisch auf Otterspuren untersucht. Ribbrock findet beispielsweise unter Brücken Kotspuren, im weichen Uferschlamm die typische Pfotenform. Durch Fotofallen und DNA-Analysen haben die Naturforscher bis heute 15 Tiere sicher nachgewiesen, mehr als 25 Tiere sollen es in der Region sein. Und es werden stetig mehr.

Nicht alle bejubeln die Rückkehr des Fischotters. Auf einem riesigen Teichgut züchtet Dieter Schwarten Fische. "Zwar wildern auch Tiere wie der Kormoran in unseren Anlagen, doch die großen Karpfen und Zander, die kann nur der Fischotter töten", klagt er. Seit dem sich Otter im Gelände heimisch fühlten, gingen der Farm bis zu 1,5 Tonnen Fisch im Jahr verloren. Wehren kann und will er sich nicht. Zäune helfen gegen die guten Kletterern nicht, jagen ist nicht erlaubt.

Doch auch unter den Anglern gibt es Otter-Freunde. "Natürlich möchte der Angler Fische fangen. Aber genauso wichtig ist die Natur um ihn herum", sagt der Geschäftsführer Michael Möhlenkamp vom Fischereiverband Westfalen-Lippe. Für Viele sei das das wunderbare Erlebnis beim Angeln. "Und da gehört der Fischotter nun einmal dazu."

(dpa/irz)
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