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Protest wird fortgesetzt
Flüchtlinge in Bochum brechen Hungerstreik ab

Flüchtlinge in Bochum brechen Hungerstreik ab
Tarek (rechts) aus Syrien, der Organisator der Demonstration, protestiert zusammen mit einem anderen Flüchtling vor dem Bochumer Rathaus. Seit vergangenem Dienstag campieren die Flüchtlinge vor dem Rathaus und fordern eine schnellere Bearbeitung ihrer Asylgesuche. FOTO: dpa, cas axs
Bochum. Zu drastischen Mitteln haben Flüchtlinge in Bochum gegriffen, um gegen die langsame Bearbeitung ihrer Asylanträge zu protestieren. Sie haben ein Zeltcamp vor dem Rathaus aufgebaut.

Mehrere Dutzend Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern haben am Sonntag den fünften Tag in Folge in einem Zeltcamp vor dem Bochumer Rathaus protestiert. Einen anfänglichen Hungerstreik hätten sie aber inzwischen abgebrochen, sagte der Organisator der Demonstration, Tarek Alaowf, der Deutschen Presse-Agentur.

Bereits seit Dienstag kampieren die Flüchtlinge vor dem Rathaus. Sie fordern eine schnellere Bearbeitung ihrer Asylgesuche. Zunächst hatte das Nachrichtenportal "derwesten.de". über die Aktion berichtet.

Die Flüchtlinge übernachteten in wetterfesten Zelten und würden von Bürgern mit heißen Getränken versorgt, sagte ein Polizeisprecher. Zunächst hatte es am Sonntag von Polizeiseite noch geheißen, der Hungerstreik werde fortgesetzt. Alaowf sagte aber, den Hungerstreik hätten die Flüchtlinge schon am Donnerstagabend abgebrochen.

"Dschungel" von Calais: Flüchtlinge lassen sich den Mund zunähen FOTO: afp, DCH

Ein Syrer hatte den Protest nach Angaben der Stadt angemeldet. In dem Bericht wird er mit den Worten zitiert: "Wir gehen hier erst weg, wenn wir die Zusage haben, dass unsere Asylverfahren endlich bearbeitet werden." Seit bis zu sechs Monaten warteten sie auf einen Anhörungstermin in der Dortmunder Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Alaowf sagte, er sei seit sechs Monaten in Bochum in einer Turnhalle untergebracht. Nach Deutschland sei er vor sieben Monaten gekommen.

Rund 20 Flüchtlinge schlafen nach Angaben Alaowfs jede Nacht in den Zelten. Tagsüber seien aber mehr Menschen in dem Protestcamp. Unterstützt wurden die Flüchtlinge von Bürgern, die sie unter anderem mit heißen Getränken versorgen. Auch eine Unterschriftenliste lag aus.

(lsa/rl/lnw)
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