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Interessenvertretung
Bonn plant erste Flüchtlingsräte in Sammelunterkünften

Flüchtlinge in NRW: Bonn plant erste Flüchtlingsräte in Sammelunterkünften
Eine Flüchtlingsunterkunft in NRW (Archivbild). FOTO: Roland Weihrauch/dpa
Bonn. Flüchtlinge in Bonn sollen künftig eigene Interessenvertreter in den Sammelunterkünften wählen. In vier ausgewählten Flüchtlingsheimen seien die ersten Wahlen in einem halben Jahr geplant, sagte Pfarrer Wolfgang Picken, Initiator des Projektes, am Donnerstag in Bonn.

Demnach sollen die neuen Flüchtlingsräte das alltägliche Leben in den Unterkünften - von der Kinderbetreuung bis hin zur Auswahl von Sport- und Sprachkursen - mitorganisieren. 

Darüber hinaus wolle man auch die Eltern in den Unterkünften dazu ermutigen, sich verstärkt in Gremien von Kindertagesstätten und Schulen einzubringen, sagte Lothar Theodor Lemper, Vorsitzender der Otto-Benecke-Stiftung, die das Projekt organisiert.

Ziel des Vorhabens sei "das Erlernen und Einüben von demokratischen Strukturen", erklärte Ralf Kleindiek, Staatsekretär im Bundesfamilienministerium, bei der Vorstellung des Projekts in Bonn. Diese Fähigkeiten seien wesentlich für eine erfolgreiche Integration: "Das ist bislang ein Defizit in den Flüchtlingsunterkünften." Die Beteiligung an den Wahlen sei zudem unabhängig davon, wie lange die Menschen noch in den Flüchtlingsheimen blieben. 

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Im Laufe der kommenden Woche sollen die ersten Mitarbeiter der Stiftung mit ihrer Arbeit in den Bonner Sammelunterkünften beginnen. Die Bundesregierung, das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Bonn finanzieren das Projekt mit insgesamt 310.000 Euro.

(lsa/lnw)
 
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