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Flüchtlinge in NRW
Handwerksbetriebe finden wieder mehr Azubis

Flüchtlinge in NRW: Handwerk findet mehr Azubis
Ein junger Mann schweißt (Symbolbild). FOTO: dpa
Düsseldorf. Handwerksbetriebe finden wieder mehr Auszubildende als in den Vorjahren. Ein Grund ist die gestiegene Zahl an Flüchtlingen. Unter den Auszubildenden sind vor allem viele syrische Einwanderer. 

Nordrhein-Westfalens Handwerk hat dank des Flüchtlingszuzugs erstmals seit langem deutlich mehr Lehrlinge in seinen Reihen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Azubi-Verträge sei 2017 um knapp vier Prozent auf rund 30.000 gestiegen, teilte Handwerk NRW am Freitag in Düsseldorf mit.

2016 hatte es nur ein Mini-Plus von 0,3 Prozent gegeben, in den Jahren davor sah es ähnlich mau aus. Handwerk-NRW-Präsident Andreas Ehlert freut sich über das Plus, zumal die Zahl der Schulabgänger wegen des demografischen Wandels sinkt.

Als Grund für das kräftige Plus nannte Ehlert das Engagement der Handwerksbetriebe bei der Integration von Flüchtlingen. 2017 hätten knapp 1500 Flüchtlinge in NRW eine Lehre begonnen. Zum Vergleich:
2015 waren es nur rund 340. Die Statistik zeige, dass ohne die Flüchtlinge die Zahl der neuen Azubis sogar leicht gesunken wäre.

Viele Azubis stammen aus Syrien

Besonders syrische Schutzsuchende überzeugten viele Firmenchefs und konnten eine Ausbildung anfangen - viele von ihnen starteten eine Laufbahn zum Zahntechniker und Elektrotechniker. Aber auch andere Branchen wie die Baubrance profitierten von der höheren Nachfrage nach Lehrstellen. Die Statistik zeige, dass ohne die Flüchtlinge die Zahl der neuen Azubis sogar leicht gesunken wäre.

Insgesamt konnten sich die NRW-Handwerker über eine hohe Nachfrage freuen. Ihr Umsatz stieg den Angaben zufolge 2017 um drei Prozent auf 122 Milliarden Euro. Es gibt 1,1 Millionen Handwerker in Nordrhein-Westfalen, ihre Zahl blieb im vergangenen Jahr gleich hoch.

(cebu/lnw)
 
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