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Kampf gegen Schleuser
Niederlande intensivieren Grenzkontrollen

Flüchtlinge: Niederlande intensivieren Grenzkontrollen
Kontrollen an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Die Niederlande haben mit sofortiger Wirkung ihre Grenzkontrollen intensiviert. FOTO: dpa, awe tba cul wst
Düsseldorf. An der Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden wird ab sofort strenger kontrolliert. Das gab das niederländische Ministerium für Sicherheit und Justiz bekannt. Ziel sei es, Menschenschmuggler aufzuhalten. Von Laura Sandgathe

Klaas Dijkhoff, Staatssekretär im niederländischen Justizministerium, erklärte auf dessen Webseite, dass die Kontrollen an der Grenze ab sofort (8. Februar 2016) intensiviert werden würden. Unter anderem würden die sogenannten "Mobilen Sicherheitskontrollen" verstärkt, die vom niederländischen Militär durchgeführt werden. Dazu würden an den Grenzstraßen punktuell Geschwindigkeitsbeschränkungen, zum Beispiel auf 50 Stundenkilometer, eingerichtet. Wenn die Autos langsamer fahren würden, könnten die Beamten die Kennzeichen kontrollieren und einzelne Fahrzeuge herausziehen. Dijkhoff warnte in diesem Zusammenhang davor, dass es an der Grenze vermehrt Staus geben könnte.

Ziel: Bekämpfung des Menschenhandels

Auch mehrere niederländische Medien berichteten über die Maßnahmen, darunter zum Beispiel "rtlnieuws". Ziel sei es, Flüchtlingsschleuser zu identifizieren, aber auch einreisende Flüchtlinge zu erfassen. Seit September überprüft das niederländische Militär deshalb stichpunktartig Züge und Autos, die von Deutschland über die Grenze kommen. Flüchtlinge, die Asyl beantragen wollen, würden zu einer Sammelstelle gebracht, wo das Verfahren aufgenommen wird, heißt es in dem Bericht. Laut niederländischem Justizministerium stieg die Zahl der Festnahmen von mutmaßlichen Menschenschmugglern seit Einführung der mobilen Sicherheitskontrollen von durchschnittlich 14 auf 23 pro Monat. "Bekämpfung des Menschenhandels ist eine der Prioritäten der Regierung", heißt es auf der Webseite des Justizministeriums. 

Wie sich Europas Länder abschotten

Jens Flören, Sprecher der Bundespolizei in Sankt Augustin, bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion die strengeren Kontrollen an der deutsch-niederländischen Grenze. Auch die Bundespolizei sei in die Maßnahmen involviert, die Kontrollen würden gemeinsam durchgeführt. "Seit den Anschlägen in Paris haben wir die Kontrollen ohnehin intensiviert", sagte Flören. Die Bundespolizei werde aber aktuell das Personalaufgebot an der Grenze nicht verstärken.

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