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Freiwillige Feuerwehr
Kameraden dringend gesucht

Düsseldorf. Der Freiwilligen Feuerwehr fällt es zunehmend schwer, geeigneten Nachwuchs zu finden. Oft ist das Problem, Beruf und Ehrenamt unter einen Hut zu bekommen. Das Innenministerium hilft mit einer Kampagne bei der Mitgliederwerbung. Von Christian Schwerdtfeger

Seit 40 Jahren ist Georg Jancke fast ständig auf Bereitschaft. Der 57-jährige gelernte Kaufmann ist freiwilliger Feuerwehrmann in Leverkusen. Ohne das Verständnis seiner Frau und seines Arbeitgebers könnte er das Ehrenamt nicht ausüben. "Meine Frau muss sehr häufig auf mich verzichten", sagt er. Nicht alle freiwilligen Feuerwehrleute haben so viel Glück wie Jancke. Denn häufig sehen es auch die Chefs nicht gerne, wenn ihre Mitarbeiter während der Arbeitszeit plötzlich wegmüssen, weil es einen Einsatz gibt. Und auch längst nicht mehr jede Frau hat Verständnis, wenn ihr Partner wegen eines Feuers nachts rausmuss. "Bei uns haben einige junge Leute aufgehört, weil die Frauen das nicht mehr wollten", betont Jancke.

In NRW gibt es in fast jeder Kommune Freiwillige Feuerwehren. In einigen Städten sind die Ehrenamtler sogar die einzigen Feuerwehrleute, weil es keine Berufsfeuerwehr gibt. Doch für viele Rettungsorganisationen wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, noch ausreichend Nachwuchs zu bekommen. Einige befürchten sogar, dass sie ihre Aufgaben in Zukunft nicht mehr wahrnehmen können. Besonders bei den Freiwilligen Feuerwehren ist die Situation angespannt. Seit Jahren sinkt die Zahl der Menschen, die sich noch nebenberuflich zum Brandbekämpfer ausbilden lassen. Aktuell gibt es rund 86.000 freiwillige Feuerwehrleute in NRW.

Die Landesregierung kennt das Problem. "Ohne die Freiwilligen Feuerwehren wären die Menschen vor Bränden, Unwettern und anderen Gefahren sehr viel schlechter geschützt", betont Innenminister Ralf Jäger (SPD), der derzeit mit der Kampagne "FeuerwEhrensache. Für mich - für alle" für eine Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr wirbt. Und das ist auch notwendig: Um den negativen Trend aufzuhalten, versuchen die Feuerwehren alles, um den Nachwuchs frühzeitig an sich zu binden - etwa durch Jugendfeuerwehren. Denn auf diesem Weg können die meisten für das Ehrenamt gewonnen werden. Doch der spätere Übertritt in die Freiwillige Feuerwehr ist für manche oft sehr schwierig, heißt es bei der zuständigen Arbeitsgruppe im Ministerium. Georg Jancke ist dieser Schritt gelungen. "Ich war vorher auch in der Jungendfeuerwehr. Mit fiel der Wechsel nicht schwer. Da waren schon viele Freunde und Bekannte tätig."

Quelle: RP
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