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Frühling in NRW
Das sind die neuen Superpflanzen für Balkonien

Frühling: Pflanzen-Trends für Balkon und Terrasse
Saladin Alija, Abteilungsleiter im Außenbereich von Bogie`s-Pflanzenwelt in Meerbusch, mit einer Hybridpflanze, die sowohl Hauszwetschgen als auch Mirabellen und Bühler Frühzwetschgen tragen kann. FOTO: Endermann, Andreas
Meerbusch. Eine Züchtung, an der Tomaten und Kartoffeln reifen, ein Himbeerstrauch mit stachellosen Trieben, eine Tanne im Miniaturformat, die große schmackhafte Pinienkerne abwirft - was klingt wie aus einem Versuchslabor, sind aktuelle Trends für Balkon und Terrasse. Von Simon Janssen

Das Quecksilber im Thermometer soll nunmehr auf höhere Werte als noch vor einigen Tagen ansteigen. Das ist die Gelegenheit, Balkon oder Terrasse für den nahenden Sommer auszurüsten und in eine kleine, aber ertragreiche Nutzfläche zu verwandeln. Gerade der Balkon wird von immer mehr Hobbygärtnern umfunktioniert, um Knackiges, Süßes und Herzhaftes zu züchten.

"Die Menschen wollen den Balkon erleben und schmecken. Er soll nicht nur schön aussehen", erklärt Christoph Tork, Inhaber des Onlineshops balkon-saat.de. Ein Blick auf die Trends beweist: Platz sparen lautet die Devise. Und da schrecken Züchter vor ausgefallenen Kombinationen nicht zurück.

Die "Capsicum Lubega Mini" FOTO: Thompson & Morgan

Eine Neuheit ist die "TomTato", auch "Tomoffel" genannt - eine Züchtung, an der sowohl Kartoffeln als auch Tomaten reifen. Die Zutaten für Pommes-Frittes mit Ketchup können nun also an einer Pflanze gezüchtet werden. Am besten lässt sich die "TomTato" in einem großen Kübel kultivieren. Über der Erde können süße Cherry-Tomaten, in der Erde eine große Anzahl weißer Kartoffeln geerntet werden. Der niederländische Hersteller Beekenkamp hat speziell eine frühe Tomate und eine späte Kartoffel ausgewählt, damit beide ihr volles Potential entwickeln können. Erntezeit ist von Juni bis Oktober.

Saladin Alija weiß um den Trend der sogenannten Hybridpflanzen, also Züchtungen, die zwei verschiedene Fruchtsorten gleichzeitig tragen. "Der Vorteil ist, dass man sie platzsparend in Kübeln pflanzen kann. Wir führen zum Beispiel auch eine Pflanze, die Mirabellen und Zwetschgen trägt", erklärt der Abteilungsleiter im Außenbereich von Bogie's-Pflanzenwelt in Meerbusch. Auch Miniaturbäume mit verschiedenen Apfel- beziehungsweise Kirschsorten seien sehr gefragt - genauso wie altbewährte Klassiker wie das Olivenbäumchen.

Die Himbeere "Ruby Beauty" FOTO: Volmary GmbH

Bestens für Kinder geeignet ist die "Ruby Beauty"- eine Sommerhimbeere, die maximal einen Meter hoch wächst. Ihr Vorteil: Dank stachelloser Triebe bleiben die Hände bei der Ernte und dem Ausschneiden der abgetragenen Triebe unverletzt. Die "Ruby Beauty", die vom Schweizer Hersteller "Häberli" entwickelt wurde, trägt im Juni eine große Menge mittelgroßer, hellroter Himbeeren.

Die fruchtige Verfeinerung fürs Müsli kann somit vom Frühstückstisch aus gepflückt werden. In einem großen Topf gepflanzt können mehrere Jahre Früchte von der robusten Pflanze geerntet werden. Sie eignet sich auch für ein Hochbeet sowie für den Garten. Zudem kann sie wegen der zwergwüchsigen Form problemlos mit einem Netz vor Vögeln geschützt werden. Ihre Früchte trägt die "Ruby Beauty" im Juni.

Eine beliebte Neuheit, für diejenigen, die es knackig mögen, ist eine kleine gelbe Snack-Paprika namens "Capsicum Lubega Mini", deren Früchte lediglich zwischen 25 und 30 Gramm wiegen, aber ein intensives Aroma entwickeln. Das Besondere: "Ihr Kerngehäuse ist direkt am Fruchtansatz. Man kann somit direkt hineinbeißen und muss die Frucht nicht erst aufschneiden", erklärt Christoph Tork, der die Samen für die Frucht aktuell in seinem Sortiment hat.

Wer Pinienkerne bisher nur aus dem Beutel kennt, der kann in diesem Sommer seinen kulinarischen Horizont auf dem eigenen Balkon erweitern. Denn die vitaminreichen Kerne, die in der Küche gern zum Verfeinern von Speisen und Salaten verwendet werden, können dank einer neuen Züchtung jetzt selbst geerntet werden.

Die "TomTato"-Pflanze FOTO: Häberli

Die "Pinus parviflora Compacta" bekommt schon als junge Pflanze Zapfen mit extragroßen Kernen. Es ist eine Neuzüchtung der japanischen Mädchenkiefer aus der Baumschule von Jörg Kohout. Dank ihrer Schwachwüchsigkeit mit rund 15 bis 20 Zentimetern pro Jahr passt sie nahezu in jeden Garten, am besten gleich in die Kräuterecke nahe der Küche.

Was spricht also gegen einen Sommer voll knackiger, süßer und herzhafter Versuchungen?

Quelle: RP
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