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Geköpfte Rehe bei Dorsten
Polizei fahndet nach Tierquäler

Geköpfte Rehe: Polizei fahndet nach Tierquäler im Raum Dorsten
Ein getötetes Reh liegt auf dem Waldboden. FOTO: Hegering Herrlichkeit Lembeck und Dorsten
Dorsten. In den Wäldern bei Dorsten sind verstümmelte Tierkadaver gefunden worden. Die Polizei geht von einem Serientäter aus und hat eine erste Spur: Möglicherweise wurde der Wilderer von einer Kamera gefilmt oder fotografiert. 

Im Raum Dorsten ermittelt die Polizei in einem "außergewöhnlichen Fall" von Wilderei, wie eine Sprecherin unserer Redaktion sagt. Jäger und Spaziergänger fanden in den vergangenen Monaten mehrere verstümmelte Tierkadaver: Mal war es ein abgetrennter Hundekopf, mal ein toter Rehbock, dem der Kopf fehlte.

Die Polizei vermutet einen Zusammenhang zwischen mindestens drei toten Tieren: Es waren Rehe, und ihnen fehlte jeweils der Kopf – er wurde fachmännisch abgetrennt und mitgenommen, wie die Polizeisprecherin weiter sagt. Den toten Körper ließ der Täter dagegen zurück.

Aber der Unbekannte habe den Korpus nicht einfach in den Wald geworden, sagt Jäger Hermann Wolff vom Hegering Herrlichkeit Lembeck und Dorsten. Stattdessen habe der Wilderer das verstümmelte Tier so platziert, dass es schnell gefunden wurde – als wolle er damit provozieren.

Wurde der Wilderer gefilmt?

Nicht nur deshalb spricht die Polizei von einem "außergewöhnlichen Fall". Normalerweise würden Wilderer die Tiere töten, um an das Fleisch zu gelangen oder um den Kopf als Trophäe mit nach Hause zu nehmen. In diesem Fall wurde das Fleisch liegen gelassen und auch ein Rehkitz getötet – also ein Tier ohne imposantes Geweih.

Die Jäger vermuten deshalb einen anderen Grund für das Köpfen der Tiere: Der Wilderer wolle damit seine Spuren verwischen, weil er die Tiere mit einem Kopfschuss getötet habe. Sollte dies so sein, könnte ihm aber einmal ein Fehler unterlaufen sein: Bei einem Tier fanden die Ermittler Spuren einer Kleinkaliberwaffe.

Vielleicht ist ihm auch ein zweiter Fehler unterlaufen: Vor einiger Zeit wurde im Raum Dorsten eine Wildbeobachtungskamera gestohlen – genau an einer Stelle, wo später ein verstümmelter Tierkadaver abgelegt wurde. Hat der Täter also dafür sorgen wollen, dass er nicht gefilmt wird?

Dann hat er die zweite Kamera übersehen, die an der Stelle aufgestellt worden war. Auf deren Aufnahmen sei zu sehen, wie jemand die erste Kamera abmontiere, sagt die Polizeisprecherin. Die Identität der Person müsse noch ermittelt werden. "Das ist eine erste Spur."

(wer)