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Gelsenkirchen
Patient lag acht Tage tot in Fahrstuhl

Gelsenkirchen: Patient lag acht Tage tot in Fahrstuhl
Über eine Woche lag ein 59-jähriger Patient tot in einem Gelsenkirchener Krankenhaus. Nach der Obduktion des Toten hat die Polizei keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. FOTO: dpa, a cul
Gelsenkirchen. Nach dem Leichenfund am Freitag in einem Fahrstuhl eines Gelsenkirchener Krankenhauses ist der Tote nun identifiziert: Es handelt sich um einen 59-Jährigen, der sich freiwillig in psychiatrische Behandlung begeben hatte.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag weiter mitteilten, war der Mann bereits seit dem 2. Juli vermisst worden. Generell bestand bei dem Patienten jedoch keine akute Lebensgefahr. Nach einem Gutachten habe es bei dem betroffenen Aufzug am 2. Juli eine technische Störung gegeben, teilte die Polizei am Montag mit. Die Notrufeinrichtung sei aber voll funktionsfähig gewesen. Nun werde auch untersucht, ob der Eingeschlossene den Notruf betätigt hat. Die Leitung der Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen äußerte ihre Betroffenheit: Man werde alles unternehmen, um mit der Polizei den Vorfall "lückenlos und schnellstmöglich" aufzuklären.

Bei dem Mann handele es sich um einen 59-jährigen Gelsenkirchener, der sich freiwillig als Patient in stationäre Behandlung der psychiatrischen Abteilung begeben hatte, gab die Polizei bekannt. Sein Verschwinden sei bereits am 2. Juli festgestellt worden.

Selbstentlassung nicht ungewöhnlich

"Es bestand keine akute Lebensgefahr und es ist nicht ungewöhnlich, dass Patienten sich eigenverantwortlich und selbstständig aus dem Krankenhaus entlassen. Aus diesem Grund wurde dem Verschwinden keine besondere Bedeutung zugemessen", hieß es von der Polizei.

Die Klinik erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme, das Verschwinden des Patienten der Klinik für Psychiatrie sei dem Personal am 2. Juli aufgefallen. "Es wurde daraufhin eine Meldung an das Wohnheim, in dem der Vermisste lebte, gegeben."

Nachdem der Patient auch am Folgetag noch vermisst worden sei, habe man am 3. Juli gegen 9.00 Uhr die Polizei informiert und eine entsprechende Meldung gemacht. "Über die tatsächliche Todesursache können wir nur Mutmaßungen anstellen. Es liegt jetzt in den Händen der Staatsanwaltschaft, den Todeszeitpunkt zu bestimmen", wurde eine Sprecherin der Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen zitiert.

Nach der Obduktion des Toten hat die Polizei keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Die Todesursache habe die Obduktion aber zunächst nicht klären können. Der Verwesungsprozess sei zu weit fortgeschritten gewesen, hatte die Polizei am Wochenende mitgeteilt.

Auch zu der Frage, warum der Aufzug mehr als eine Woche defekt stand, liefen Ermittlungen, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Auf der gegenüberliegenden Seite gebe es einen zweiten intakten Aufzug.

(ots)