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Absturz von Flug 4U 9525
11,2 Millionen Euro für Familien der Germanwings-Opfer

Airbus 320: Mitgefühl nach Flugunglück 4U9525
Airbus 320: Mitgefühl nach Flugunglück 4U9525
Köln/Frankfurt. Die Deutsche Lufthansa beziehungsweise ihr Kölner Tochterunternehmen Germanwings haben bisher 11,2 Millionen Euro an direkten Kompensationen für die Angehörigen des Germanwings-Absturzes am 24. März 2015 in Südfrankeich bezahlt. Dies erklärt Germanwings auf Anfrage. Von Reinhard Kowalewsky

Konkret wurden acht Millionen Euro an sogenannten Vorschusszahlungen schon schnell nach der Katastrophe ausgezahlt. Dieses Geld erhielten die Familien der 144 bei dem Absturz getöteten Passagiere. Außerdem wurden bisher 3,2 Millionen Euro Schmerzensgeld nach deutschem Recht ausgezahlt. Diesen Betrag bekamen Angehörige der 66 Passagiere mit Wohnsitz in Deutschland, die in der Maschine gesessen hatten.

Für die Familien der Crew gelten dagegen Sonderregelungen, weil eine Unfallversicherung für sie aufkommt.

Die Unglücksstelle am Tag nach dem Absturz FOTO: dpa, sh

Germanwings rechnet noch mit deutlich steigenden Zahlungen in Höhe von vielen Millionen Euro. Ein Hauptgrund ist, dass in den meisten Fällen noch ungeklärt ist, wie groß materielle Schäden der Hinterbliebenen nun wirklich sind. Damit ist gemeint, dass berechnet werden muss, wie hoch die Unterhaltszahlungen sein müssen, um Kinder, Frauen und Männern der Opfer angemessen zu versorgen. Je höher deren Einkommen war und je jünger nun zu versorgende Kinder sind, umso mehr müssen Germanwings und Lufthansa zahlen – in Einzelfällen könnten Summen bis zu einer Million Euro zusammenkommen.

In USA droht Prozess um Höhe der Schmerzensgelder

Außerdem droht der Lufthansa in den USA ein Prozess um die Höhe der Schmerzensgelder. Der Mönchengladbacher Anwalt Christof Wellens und sein Berliner Kollege Elmar Giemulla wollen in Kürze eine Klage gegen die Flugschule der Lufthansa in den USA einreichen, um deutlich höhere Schmerzensgelder als angeboten durchzusetzen.

Völlig aussichtslos ist die Klage nicht: Co-Pilot Andreas Lubitz, der die Maschine gezielt zum Absturz gebracht hatte, war auch in der Lufthansa-Flugschule in den USA ausgebildet worden. Germanwings und Lufthansa halten es dagegen für ausgeschlossen, dass US-Recht beim Streit um die Entschädigungen angewendet wird. Bisher bietet Lufthansa den Erben 25.000 Euro Schmerzensgeld für das Leid der Toten sowie 10.000 Euro für jeden nahen Angehörigen.

Quelle: RP
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