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Germanwings-Absturz
Arzt empfahl Einweisung von Lubitz in Psychiatrie

Germanwings: Andreas Lubitz hielt seine Krankschreibung geheim
Ein Wrackteil der Germanwings-Maschine. FOTO: dpa, bl fpt mbk fpt
Paris. Die französische Untersuchungsbehörde BEA hat am Sonntag ihren Abschlussbericht zum Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen mit 150 Toten vorgelegt. Ein Ergebnis: Copilot Andreas Lubitz wurde zwei Wochen vor der Tragödie von einem Arzt in eine psychiatrische Klinik überwiesen.

Der 27-jährige Lubitz sollte nach dem Willen eines Arztes in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt werden. Der Mediziner habe am 10. März - also zwei Wochen vor dem Airbus-Absturz - eine mögliche Psychose diagnostiziert und eine Einweisung empfohlen. 

Als Konsequenz aus der Katastrophe fordert die Behörde routinemäßige Überprüfungen bei Ausfällen von Piloten. Dies solle "auch im Hinblick auf psychiatrische und psychologische Probleme" erfolgen, heißt es im Abschlussbericht, der am Sonntag in Le Bourget bei Paris vorgelegt wurde. Eine entsprechende Empfehlung sei an die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) und an die EU-Mitgliedsstaaten gegangen.

Lubitz hat laut dem Untersuchungsbericht vor dem Unglücksflug 4U9525 zudem Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zurückgehalten und nicht an Germanwings weitergeleitet. "Weder die Behörden, noch der Arbeitgeber waren vom Copiloten selbst oder von einer anderen Person, zum Beispiel einem Arzt, Kollegen oder einem Familienangehörigen informiert worden", heißt es im Bericht.

Die BEA fordert international klare Regeln zur ärztlichen Schweigepflicht, wenn die Gesundheit eines Patienten die öffentliche Sicherheit gefährdet. Damit sollten Gesundheitsdienstleister aufgefordert werden, die entsprechenden Behörden zu informieren, heißt es im Abschlussbericht. Bisher sei die ärztliche Schweigepflicht von Land zu Land unterschiedlich geregelt.

"Ein Fehler mit schrecklichen Folgen"

Der Bericht zum Absturz zeigt nach Ansicht des Anwalts der Opfer deutliche Mängel auf bei der Auswahl, der Einstellung und der Überwachung des verantwortlichen Copiloten. "Der Lufthansa-Konzern hat einen psychisch krankhaft vorbelasteten Pilotenanwärter eingestellt und ausgebildet, ein Fehler mit schrecklichen Folgen", kritisierte Anwalt Christof Wellens am Sonntag auf Anfrage. Außerdem sei der Mann trotz einer eingeschränkten Flugerlaubnis wegen seiner Vorerkrankung nicht mehr psychiatrisch untersucht worden.

Nach Überzeugung der Ermittler hatte der Copilot Andreas den Airbus A320 am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich zum Absturz gebracht. Alle 150 Menschen an Bord starben in den französischen Alpen.

(jco/dpa)
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