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Germanwings-Absturz
Anwalt fordert Entschädigung nach internationalem Standard

Haltern am See: Gedenkgottesdienst für Absturz-Opfer
Haltern am See: Gedenkgottesdienst für Absturz-Opfer FOTO: dpa, mb cul
Mönchengladbach. Angehörige der Opfer des Germanwings-Absturzes haben erste finanzielle Nothilfen des Mönchengladbacher Vereins "Crash" erhalten. 40 Betroffene hatten sich bereits an den Verein gewendet. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Christof Wellens, fordert Schadensersatz nach internationalen Standards. Diese liegen in der Regel höher als in Deutschland. 

Beim Absturz der Germanwings-Maschine, der vom Copiloten Andreas L. verursacht wurde, sind 150 Menschen getötet worden. Die Mehrzahl der Opfer stammt aus NRW. 

Mehr als 40 betroffene Angehörige haben sich bereits beim Verein "Crash - Gesellschaft für Opferrechte" gemeldet, so Wellens. Mit dem Geld sei "in den Fällen, in denen vor allem minderjährige Kinder betroffen sind", Nothilfe geleistet worden, sagte Wellens. Durch die Katastrophe hätten viele Kinder einen oder beide Elternteile verloren, das jüngste Kind sei gerade einmal vier Monate alt. Unter anderem werden fünf Geschwister betreut, die beide Eltern verloren haben.

Trauer in Düsseldorf nach Flugzeugabsturz FOTO: Bretz, Andreas

"Der Boden ist den Menschen unter den Füßen weggerissen worden und wir sind dafür da, wieder Halt zu geben."  Zunächst ginge es darum, den Alltag zu organisieren. "Dabei geht es zunächst darum, sich um die dringendsten materiellen Sorgen, wie zum Beispiel Mietzahlungen, zu kümmern", sagt Wellens.  

Von den Verantwortlichen soll nun "zügig und großzügig die Entschädigungsfrage im Sinne der Hinterbliebenen" geklärt werden. Wellens fordert, bei Flugunfällen, die immer einen internationalen Bezug haben, Schadenersatzansprüche nach internationalen Maßstäben zu bestimmen.

"Für die betroffenen Opferfamilien wäre es völlig unverständlich, wenn wegen des unzureichenden Entschädigungsanspruches, etwa basierend auf dem deutschen Schadenersatzrecht, deutsche Opfer gegenüber internationalen Opfern benachteiligt würden", erklärt der Rechtsanwalt. "Eine Diskussion um die Höhe der Entschädigung würde die Angehörigen, die ohnehin wegen des tragischen Unfalles extrem belastet sind, zusätzlich quälen."

Ermittlungen im Fall Andreas L. FOTO: Federico Gambarini
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