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Niederrhein
Freundin des Todespiloten unterrichtet an Gesamtschule

Germanwings: Freundin von Andreas L. unterrichtet an Gesamtschule
Die Düsseldorfer Wohnung des Copiloten. FOTO: Christoph Reichwein
Düsseldorf. Während Andreas L. als Pilot um die Welt flog, unterrichtete seine Freundin an einer Gesamtschule am Niederrhein Mathematik. Eigentlich wollte sie als Hinterbliebene an die Unglücksstelle in die Alpen fliegen. Doch dann wurde bekannt, dass L. die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht haben soll. Von Jens Voss, Christoph Reichwein und Christian Schwerdtfeger

Die Rollläden in der zweiten Etage des Mehrfamilienhauses am Düsseldorfer Stadtrand sind heruntergelassen. Auf dem Balkon stehen zwei Palmen. In der Wohnung hinter den Rollläden lebte der Todespilot Andreas L. mit seiner langjährigen Freundin. 

Ermittlungen im Fall Andreas L. FOTO: Federico Gambarini

Während die gemeinsame Wohnung von Ermittlern durchsucht wurde, befragte die Polizei die Lehrerin unter anderem über mögliche Erkrankungen ihres Freundes. Der Schulleiter der Gesamtschule, an der sie unterrichtet, sagt: "Sie hat uns mitgeteilt, dass sie sich nicht zu dem Thema äußern will." Der Schulleiter warb um Verständnis für ihre Situation. "Die, die am nächsten dran sind, trifft es am härtesten", sagte er.

L. und seine Freundin kennen sich aus Montabaur. Als er bei Germanwings eine Stelle als Pilot bekam, zog sie mit ihm nach Düsseldorf und fand eine Anstellung als Lehrerin am Niederrhein. Kennengelernt haben sich die beiden wohl während eines Aushilfsjobs in einem Schnellrestaurant. Laut "Spiegel" wollten die beiden heiraten. Sie soll sogar angeblich schwanger von ihm gewesen sein. Doch seit einigen Wochen soll es zwischen den beiden heftig gekriselt haben. Die Lehrerin hielt angeblich sogar schon nach einer eigenen Wohnung Ausschau.

Fotos: So hart ist die Arbeit der Bergungstrupps FOTO: dpa, bl sh

Es wird vermutet, dass sein Kontrollwahn und eine Affäre von ihm die Gründe für den Streit und die mögliche Trennung gewesen sein könnten. Er soll ihr sogar vorgeschrieben haben, welche Kleidung sie zu tragen habe. Dass sich die beiden getrennt haben könnten, schließt auch Pizzabäcker Habib Hassani (53) nicht aus. Zu ihm kamen die beiden immer ein- bis zweimal die Woche. "Sie waren immer freundlich und nett und bestellten meistens das gleiche: Pizza mit Schinken, Brokkoli und Zwiebeln." Doch in den Wochen vor dem Absturz sei fast nur noch Andreas L. zu ihm gekommen - aber auch das nur noch sehr selten.

Quelle: RP
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