Protest in Gronau

Atomkraftgegner blockieren Zug vor Urananlage

Polizisten und THW-Mitarbeiter stehen in Gronau an einem Protest von Atomkraftgegnern. FOTO: dpa, mg htf

Gronau. Bei Gronau im Münsterland haben Atomkraftgegner eine Bahnlinie blockiert. Die Strecke wurde über Nacht gesperrt. Die Polizei verhandelte mit den Aktivisten

Atomkraftgegner versuchen nahe der holländischen Grenze zu verhindern, dass ein Zug die Uranaufbereitungsanlage Gronau erreichen kann. Mehrere Personen blockierten die Bahnlinie zwischen Steinfurt und Gronau. In der Nacht zum Freitag begann die Polizei, drei Aktivisten aus dem Gleisbett in der Nähe von Ochtrup zu entfernen. 

Die Zugstrecke blieb zunächst gesperrt. Ein Polizeisprecher erklärte, dass die Atomkraftgegner sich dort "befestigt, aber nicht festgekettet" hätten. Nach Informationen der "Westfälischen Nachrichten" in Gronau hatten sich zwei Atomkraftgegner vor dem mit Uranhexafluorid beladenen Zug befestigt. Zwei Personen blockierten das Gleisbett hinter dem Zug, der so auch über keinen anderen Weg die Urananreicherungsanlage erreichen konnte.

Die lange Suche nach einem Atommüllendlager FOTO: dpa

Die Bahn meldete am Abend, dass die Strecke zwischen Steinfurt-Burgsteinfurt und Gronau gesperrt sei. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Wann die Arbeiten beendet sein würden und wie es mit den Aktivisten weitergehe, konnte die Polizei zunächst nicht beantworten.Am späten Abend hätten die Beamten noch mit den drei Personen verhandelt, sagte ein Sprecher. Entlang der Strecken seien immer wieder Atomkraftgegner in kleineren Gruppen aufgetaucht.

In der Gronauer Anlage wird Uran für Brennelemente aufbereitet. Die Atomkraftgegner kritisieren, dass die Einrichtung trotz des beschlossenen Atomausstiegs eine unbefristete Betriebsgenehmigung besitze.

(juju/dpa)

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