| 18.28 Uhr

"Rock auf Schalke" statt "Grüne Hölle"
Festival geht nach Schalke - Aus am Nürburgring

"Rock am Ring 2014"
"Rock am Ring 2014" FOTO: dpa, tfr fdt
Nürburg. Neuer Rückschlag für den Nürburgring: Das Rockfestival "Grüne Hölle" wird es nicht geben. Dafür steigt es Ende Mai als "Rock im Revier" auf Schalke.

Das Ruhrgebiet bekommt mit "Rock im Revier" ein neues Festival - das ist zugleich das Aus für das Festival "Grüne Hölle Rock" am Nürburgring. Dies teilte der Konzertveranstalter Deag am Donnerstag in Berlin mit. Die Karten für das Festival vom 29. bis 31. Mai gelten weiter. Eigentlich sollte "Der Ring - Grüne Hölle Rock" an der Eifelrennstrecke steigen - als Ersatz für "Rock am Ring", das ins nahe Mendig gezogen war und im Juni steigt.

"Ganz Schalke 04 und die Region werden das Revier in der Veltins-Arena rocken", wird FC Schalke-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies von der Konzertagentur zitiert. Deag-Vorstandschef Peter Schwenkow zeigte sich erfreut: Die Fans hätten nun die Chance auf ein Rockspektakel mitten im Ruhrgebiet. Erwartet werden dort unter anderem die Bands Metallica, Muse und Kiss. Die Veltins Arena in Gelsenkirchen-Schalke habe eine lange Rocktradition und die Infrastruktur biete ideale Bedingungen - inklusive Zeltplatz, erklärte der Konzertveranstalter.

Der Grund des Umzugs ist ein Kostenstreit zwischen der Deag und dem Rennstreckenbetreiber Capricorn Nürburgring GmbH (CNG). Der Konzertveranstalter wirft der CNG Vertragsbruch vor: Sie habe sich nicht an den bisherigen Kosten etwa für Künstlergagen und Werbung beteiligt. Mit dem Nürburgring war ein Fünf-Jahres-Vertrag ausgemacht. Der CNG zufolge war der Ticketverkauf am Ring hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Mönchengladbach: So lief die Diskussion im Hockeypark FOTO: Jörg Knappe

Laut Deag-Chef Peter Schwenkow bot der Nürburgring erst 500 000 Euro, dann rund eine Million Euro, später noch etwas mehr, damit die Deag den Vertrag auflöst. "Wir haben uns massiv genötigt, wenn nicht erpresst gefühlt", sagt der Agentur-Chef. Nach seiner Einschätzung sorgte ein Vertreter des russischen Investors Viktor Charitonin nicht für Vertrauen bei den Verhandlungen. Die Deag zieht der "Grünen Hölle" am Ring nun schon vor dem ersten Konzert den Stecker und geht nach Gelsenkirchen. Dagegen sieht sich der Nürburgring-Betreiber im Recht und kritisiert den Weggang.

Das Ruhrgebiet hat ein neues Musikspektakel. Und der mit Spannung erwartete Zweikampf zweier großer Festivals in der Eifel mit Lieberbergs "Rock am Ring", das jahrzehntelang am Nürburgring über die Bühne ging und im Juni erstmals auf dem nahen Flugplatz Mendig steigt, ist vorbei, bevor er überhaupt so richtig losgegangen ist.

Unter dem Strich steht ein Kantersieg für den Frankfurter Konzertriesen Lieberberg. Letztlich gingen bisher trotz Headlinern wie Metallica oder Kiss nur rund 15 000 Karten für "Der Ring - Grüne Hölle Rock" über den Tisch. "Rock am Ring" ist dagegen ausverkauft, mit knapp 90 000 Tickets.

Alle Karten für "Der Ring - Grüne Hölle Rock" gelten laut Deag für "Rock im Revier" im Innenraum. Fans könnten ihre Karten auch für das Partnerfestival "Rockavaria" in München umtauschen oder dort zurückgeben, wo sie gekauft wurden.

 

(dpa)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Grüne Hölle - Rock im Revier: Rückschlag für den Nürburgring


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.