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Operationen mussten verschoben werden
Hacker-Angriffe auf mehrere Kliniken in NRW

Hacker-Angriffe auf mehrere Kliniken in NRW
Nach einem Hacker-Angriff bleiben die Bildschirme des Lukaskrankenhauses zum Leidwesen der beiden Geschäftsführer Dr. Nicolas Krämer (hinten) und Professor Tobias Heintges bis auf Weiteres dunkel. FOTO: Andreas Woitschützke
Düsseldorf. Mindestens sechs Krankenhäuser in NRW sind in letzter Zeit von Computer-Viren angegriffen worden. Nach Informationen unserer Redaktion waren oder sind Krankenhäuser in Mönchengladbach, in Neuss, in Essen und Köln betroffen. Bislang haben das Lukaskrankenhaus in Neuss und die katholische Karl-Leisner-Kliniken mit Standorten in Kleve und Kalkar das Thema öffentlich gemacht. In Neuss haben die Computerprobleme große Auswirkungen auf den laufenden Betrieb.  Von Sebastian Bergmann und Katrin Haas

Aktuell hat ein Virus das Rechensystem des Lukaskrankenhauses in Neuss befallen. Ein geöffneter E-Mail-Anhang hat das System infiziert. Das Krankenhaus hat daher das Netzwerk komplett heruntergefahren und musste Operationen verschieben. 

Normalerweise schauen sich die Ärzte beispielsweise Patientenakten auf dem Tablet-PC an. "Durch das Virus sind wir auf den Stand von 2006 zurückgeworfen worden und können nicht auf gewohntem Niveau arbeiten. Hunderte Rechner sind vom Virus befallen", sagt der ärztliche Geschäftsführer aus Neuss, Tobias Heintges.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass ein Virus das Rechensystem des Lukaskrankenhauses in Neuss befallen. FOTO: Andreas Woitschützke

Herzinfarkt-Patienten an andere Krankenhäuser verwiesen

Herzinfarkt-Patienten würden deswegen aktuell an andere Krankenhäuser verwiesen, da gerade dieser Bereich auf die digitale Technologie angewiesen sei. Die allgemeine Patientenversorgung bleibe gewährleistet, auch die Telefone des Krankenhauses funktionierten.

Experten arbeiten an einer Lösung. Im Sommer des vergangenen Jahres infizierte das Virus "Cryptowall" zweimal ein anderes Krankenhaus in NRW, das namentlich nicht genannt werden möchte. Ursache war in diesem Fall ein Video-Player auf einer Streaming-Website.

Tipps: Wie schütze ich mich vor Cyber-Kriminalität? FOTO: Shutterstock.com/ Martin Novak

Das Virus verschlüsselte hier mehrere Terabyte Daten. Bei dem zweiten Angriff gelang es den IT-Experten, das Virus rechtzeitig zu stoppen. Sie bauten eine "Opferdatei" ein, die meldet, sobald die Inhalte verändert werden. Viren dieser Art können generell auch private Computer befallen.

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