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Nach Hubschraubereinsatz
Polizei fertigt Facebook-Kritiker schlagfertig ab

Hagen: Facebook-Streit nach Hubschrauber-Einsatz
Mit diesem Post hat die Polizei Hagen auf die Kritik eines Anwohners reagiert, der sich über einen nächtlichen Hubschraubereinsatz beschwerte. FOTO: Screenshot Twitter
Hagen. Ein nächtlicher Hubschraubereinsatz der Polizei in Hagen hat auf Facebook für Ärger gesorgt. Ein Anwohner kritisierte die Polizei und erhielt darauf eine eindeutige Antwort von den Beamten. Von Oliver Burwig

"Warum fliegt hier nachts um 0 Uhr über dem Remberg ein Heli?", fragte ein Hagener am späten Freitagabend die Polizei in einem Facebook-Post. Es gebe schließlich "Einwohner, die schlafen wollen". Die Antwort der Polizei am Samstag fiel kurz und deutlich aus: "Weil unser Hubschrauber letzte Nacht ein Menschenleben gerettet hat!"

Mit eigenen Posts, die die Kritik des Anwohners anonymisiert aufgriffen, erklärte die Polizei, dass der Hubschrauber zur Suche eines vermissten 74-Jährigen genutzt worden war.

Vermisster musste ins Krankenhaus

Der Mann wohnt laut Polizeisprecher Tino Schäfer in einem Pflegeheim und sei nach kurzer Suche von der Helikopterbesatzung per Wärmebildkamera auf einem Friedhof entdeckt worden. Er wurde leicht unterkühlt in ein Krankenhaus gebracht, sei aber derzeit auf dem Weg der Besserung.

Der Post der Polizei erntete mehr als 10.000 Likes und tausend lobende Kommentare. "Deutlich mehr als sonst", sagt Schäfer. Dennoch war die Antwort schon kurze Zeit später nicht mehr aufrufbar – die Polizei hatte ihn gelöscht. "Die Kommentare der Nutzer gingen in eine Richtung, die uns nicht gefiel", erklärt Schäfer den Schritt. Viele Bürger hatten den Anwohner und seinen Facebook-Post auf unangemessene Art kritisiert, die gegen die "Netiquette", also die Richtlinien der Polizei zum Umgang auf Facebook, verstoßen haben soll.

Keine strafrelevanten Kommentare

Beleidigungen oder Drohungen habe es laut Schäfer aber nicht gegeben. Um eine Eskalation zu vermeiden, nahm die Polizei den Post von ihrer Facebook-Seite, auf Twitter ist er noch zu finden. Eine nachträgliche Erklärung wolle man nicht in den sozialen Netzwerken abgeben: "Das hätte wieder zu Diskussionen geführt", sagt Schäfer. 

Die Hagener Polizei ist bekannt für ihre ungewöhnlichen und direkten Reaktionen auf Facebook. So wies sie in einem anderen Post Gaffer zurecht, die nach dem Verkehrsunfall, bei dem ein kleines Mädchen verletzt worden war, Fotos mit ihren Smartphones machten:

Auch bei der Vermisstensuche setzt die Polizei immer wieder auf Facebook.

Der Hubschrauber-Post solle aber ein Einzelfall bleiben, sagt Schäfer: "Wir wollten einfach darauf aufmerksam machen, dass wir Hubschraubereinsätze nicht zum Spaß machen." Lediglich bei der Suche nach Vermissten und Flüchtigen fliege man nachts, tagsüber auch im Falle eines Unfalls, den die Polizei vom Helikopter aus besser fotografieren könne.

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