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Halloween-Bilanz der Polizei in NRW
Prügeleien, Randale und viele Eierwürfe

Halloween in NRW: Bilanz der Polizei
Die Polizei spricht beim Zombie-Walk in Essen mit einem Teilnehmer. FOTO: ap, mm
Düssledorf. Schmierereien mit Eiern und Ketchup, etwas Randale und einige Prügeleien melden verschiedene Polizeistellen in NRW am frühen Dienstagmorgen. In Essen ist ein Jugendlicher mit einem Messer leicht verletzt worden. Größere Einsätze sind bislang noch nicht bekannt. 

Die Polizei ist seit Jahren dafür gewappnet, dass es in der Halloween-Nacht in NRW mehr Einsätze gibt. Allerdings hielten sich die Vorfälle mit Grusel-Clowns in Grenzen. 

In Düsseldorf war es in Sachen Halloween absolut ruhig. "Es war so gut wie nichts", sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Lediglich einem Hinweis auf die Sichtung eines Grusel-Clowns wird nachgegangen. Ansonsten glich die Nacht zu Dienstag einem "normalen Altstadtwochendende". Lediglich rund 1000 Fans des Fußballvereins Celtic Glasgow sorgten mit lauten Gesängen und kleineren Rangeleien für verstärkte Polizeipräsenz. Zu den rund 60 Beamten, die bereits in der Altstadt im Einsatz waren, wurde noch eine Hundertschaft hinzugezogen. 

Die Polizei in Köln meldet, dass vor allem in der Innenstadt im Bereich der Ringe und im Zülpicher Viertel zahlreiche Menschen Halloween gefeiert haben. Lediglich in einem Fall wurde das Auftreten eines sogenannten Horror-Clowns gemeldet: Er attackierte gegen 4.30 Uhr in Widdersdorf einen jungen Mann und flüchtete. Gegen ihn läuft eine Strafanzeige wegen Körperverletzung. Im gesamten Stadtgebiet mussten die Beamten 123 Platzverweise aussprechen, 16 Personen mussten die Nacht in der Ausnüchterungszelle verbringen. Neun Menschen wurden leicht verletzt. 40 Mal wurden Strafanzeigen wegen Körperverletzungsdelikten gefertigt, 14 Mal mussten die Beamten Sachbeschädigungen zu Protokoll nehmen. In zwei Fällen leisteten Feiernde Widerstand gegen Polizeibeamte. In 54 Fällen musste bei Ruhestörungen eingeschritten werden, davon allein 28 Mal in der Innenstadt.

In Mönchengladbach gab es eine Vielzahl von Hinweisen und Beschwerden zum Thema Halloween. In rund 30 Fällen wurden Eier gegen Wohnhäuser und Autos und in einem Fall auch in Richtung von Personen geworfen; Personen- oder Sachschäden traten aber nicht ein, meldet die Polizei. Allerdings wurden auch die Esel-Skulpturen vor dem Minto beworfen und mit Eiern beschmiert. In zwei Fällen meldeten Zeugen mögliche Bedrohungen: Anlässlich einer Mottoparty lief eine Person mit der Attrappe einer Kettensäge über den Alten Markt und wurde von der Polizei ermahnt. Im zweiten Fall gab ein Passant Hinweis auf zwei Personen am Schmölderpark in Rheydt, die mit einem vermeintlichen Schlagstock und einem Messer bewaffnet waren, sie konnten nicht mehr angetroffen werden, berichtet die Polizei. 

An einem Mehrfamilienhaus an der Gerkerather Mühle in Rheindahlen beschmierten Unbekannte die Klingelanlage sowie die Haustür mit Lackfarbe, die nicht rückstandsfrei wieder entfernt werden konnte. Es gibt eine Strafanzeige, Zeugenhinweise nimmt die  Polizei unter 02161-290 entgegen. Außerdem wurden mehrere Fälle von Unfug in Form von Ketchupschmierereien an Türen, Klingeln, Briefkästen und Autos gemeldet. Vorfälle mit so genannten Grusel-Clowns sind bislang nicht bekannt, so die Polizei. 

In Leverkusen wurden 32 Feiernde mit Platzverweisen belegt und eine Person in Gewahrsam genommen. Die Polizeibeamten mussten bei fünf Körperverletzungsdelikten einschreiten. In einem Fall wurde Widerstand gegen die Vollstreckungsbeamten geleistet. Sachbeschädigungen wurden in fünf Fällen zur Anzeige gebracht.

Im Kreis Viersen gab es ebenfalls rund 30 halloweenbedingte Einsätze im gesamten Kreisgebiet. Dies entspricht in etwa dem Einsatzaufkommen der vergangenen Jahre, berichtet die Polizei. In drei Fällen wurden Häuser mit Eiern beworfen. In einem Fall stellte die Polizei die Eier schon im Vorfeld sicher. In Kempen wurde ein Megaphon sichergestellt, um die Nachtruhe wieder herzustellen. Insgesamt gab es sieben Anzeigen. Erfreulich war, dass viele Bürger auf eine Verkleidung als Grusel-Clown verzichteten, schreibt die Polizei. Lediglich in Dülken fiel eine vierköpfige Gruppe in Clownskostümen auf. 

40 Einsätze hatte die Polizei im Kreis Wesel. Dabei lagen die Einsatzorte über das gesamte Kreisgebiet Wesel verteilt. Die Einsatzanlässe waren Randalierer (überwiegend Eierwerfer), Sachbeschädigungen, Ruhestörungen und vereinzelt Körperverletzungen. In Wesel wurde ein Briefkasten durch Böller gesprengt. In Moers und Neukirchen- Vluyn folgten auf Eierwürfe in mehreren Fällen Farbschmierereien. In einem Fall konnte der Sprayer ermittelt werden. Unter anderem wurde in Moers die Fassade einer Schule besprüht. In Dinslaken und Rheinberg setzten Unbekannte jeweils eine Mülltonne in Brand.

Die Krefelder Polizei hatte 19 Einsätze mit Halloween-Bezug - genau wie im Vorjahr. Neun Mal handelte es sich um groben Unfug, wie Eierwürfen. Dabei wurden jedoch Fenster und Autos beschädigt. Zweimal wurde die Polizei zu Körperverletzungsdelikten gerufen. Die Horror-Clown-Aktivitäten hielten sich in Grenzen, schreibt die Polizei. Lediglich auf der Friedensstraße versuchten drei Clowns, Autofahrer zu erschrecken.

In Solingen, Wuppertal und Remscheid  gab es 23 Einsätze aus. In bislang elf gemeldeten Fällen  warfen Unbekannte Eier gegen Hausfassaden oder Autos. Die meisten Eier hinterließen jedoch keine Beschädigungen. Grusel-Clowns hielten sich vergangene Nacht größtenteils zurück. In Wuppertal allerdings erschreckte eine Gruppe von etwa 50 Verkleideten einen 14-Jährigen und seine Freunde. Die Gruppe soll anschließend mit Baseballschlägern bewaffnet auf die Jugendlichen losgelaufen sein. Sie flüchteten und alarmierten die Polizei.  Die Gruppe wurde jedoch nicht mehr gefunden. Die Polizei erreichten ansonsten wenige Meldungen: In Solingen pöbelten mehre Personen mit Clownsmasken die Gäste auf einer Veranstaltung im Ittertal an. Noch bevor die Polizei eintraf, verließen die ungebetenen Clowns die Feier. In Remscheid versuchte ein Grusel-Clown an der Straße Oberreinshagen die Bewohner eines Hauses zu erschrecken.  Er entschuldigte sich bei seinen Opfern, so dass die Polizei nicht mehr eingreifen musste. In Wuppertal versuchten Clowns an der Straße "Auf dem Brahm" Passanten zu erschrecken. Dies gelang ihnen nicht. Mehrere Einsätze gab es im Stadtsaal in Solingen-Wald, wo es zu Pöbeleien und Handgreiflichkeiten gekommen war. Unter anderem versuchten laut Polizei mehrere Gruppen von Männern und Heranwachsenden gewaltsam, in den Saal zu kommen.   

In Recklinghausen gab es einen Raubüberfall auf offener Straße. Fünf Männer, darunter ein mit einer Maske aus dem Film "Scream" verkleideter Täter, bedrohten einen 26-Jährigen. Laut Polizei bedrohten sie das Opfer mit einem Messer und schlugen ihm mit einem Schlagring gegen den Kopf. Der 26-Jährige stürzte, die Räuber nahmen sein Mobiltelefon und flohen unerkannt.

Essen: Am Rande eines Halloween-Umzugs ist ein 16-Jähriger im Streit mit zwei älteren Männern leicht verletzt worden.  Einer der Männer, der als Clown verkleidet war, habe nach einer Rangelei mit einem Messer herumgefuchtelt und den Jugendlichen am Hals getroffen, berichtet die Polizei.

 

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