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Konflikt um den Braunkohletagebau
Razzia bei Umweltaktivisten am Hambacher Forst

Düren. Der Hambacher Forst bleibt umkämpft. Immer wieder soll es Angriffe von Umweltaktivisten auf Menschen gegeben haben. Jetzt rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an.

Im Konflikt um den Braunkohletagebau Hambach ist die Polizei am Montag mit einer Razzia gegen Umweltaktivisten vorgegangen. Im Camp der Aktivisten am Hambacher Forst und in Räumlichkeiten der Tagebaugegner in Düren wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Aachen Schleudern sichergestellt und Material, das zum Bau eines Molotow-Cocktails geeignet sei. Sieben Aktivisten wurden wegen des Verdachts von Drogenbesitz erkennungsdienstlich behandelt.

Ende Februar habe es mehrere Vorfälle gegeben, bei denen RWE-Mitarbeiter und Sicherheitskräfte angegriffen worden seien, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jost Schützeberg. "Wir gehen davon aus, dass sich die Verantwortlichen unter den Aktivisten befinden, die auf dem Camp aufhältig sind", sagte Schützeberg. Aktivisten sollen mit Schleudern und Radmuttern geschossen und zwei Menschen verletzt haben. Ermittelt wird wegen Landfriedensbruchs in besonders schwerem Fall, wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung.

An dem Einsatz am Montag waren 160 Polizisten beteiligt. Im Camp befanden sich den Angaben zufolge neun Aktivisten und im Gebäude in Düren sechs. Seit Jahren versuchen Umweltaktivisten die Ausweitung des Braunkohletagebaus Hambach auf den alten Hambacher Forst zu verhindern. Die Strafverfolgung sei nur ein Vorwand, um die Klimabewegung zu schwächen, betonten die Aktivisten in einer Mitteilung.

(lsa/lnw)
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