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NRW
Brückenarbeiten bremsen Pendler auf A40 und A42

A40: Bauarbeiten behindern den Verkehr
A40: Bauarbeiten behindern den Verkehr FOTO: dpa, mb fg fdt
Duisburg/Düsseldorf. Zu Beginn der Herbstferien drohen auf Autobahnen lange Staus. Viel Geduld müssen auch Pendler haben, die mit dem Auto vom Niederrhein ins Ruhrgebiet fahren. Von Christian Schwerdtfeger

Stefan Herms zählt jeden Morgen die Minuten, die er auf der Fahrt zur Arbeit im Stau steht. 46 waren es allein am Mittwochmorgen wieder - und das wegen einer einzigen Baustelle, die am Vortag noch nicht da gewesen war, dafür aber vermutlich die nächsten drei Jahre bleiben wird. Auf einer Länge von sechs Kilometern wird seit Wochenbeginn auf der A42 ab Duisburg-Baerl bis zum Kreuz Duisburg Nord gebaut, eine Fahrspur fällt weg - mit dramatischen Folgen für den Verkehr. Denn in den Bauabschnitt fällt auch eine zentrale Rheinbrücke, die Pendler vom Niederrhein seit den Bauarbeiten an der benachbarten maroden Rheinbrücke (A40) in Duisburg-Neuenkamp als Ausweichroute nutzen. Die Folge sei, sagt Herms, dass die Pendler vom linken Niederrhein wie etwa aus Xanten, Kevelaer, Goch und Geldern nicht mehr ohne erheblichen Zeitverlust ins Ruhrgebiet fahren könnten. "Das ist fatal."

Insgesamt 31 Großbaustellen wie auf der A42 gibt es auf den Autobahnen im Land. "Viele werden erst Ende 2017 oder 2018 fertig sein", sagt Baustellenkoordinator Mario Korte von Straßen NRW. So genau könne man das nie sagen. Vieles hänge von der Witterung ab. Wenn die Winter lang und frostig seien, verzögerten sich die Fertigstellungen, meint Korte. "Es kann immer Unwägbarkeiten geben", sagt er.

FOTO: Ferl

Zu den größten Nadelöhren gehören die Autobahnen rund um Wuppertal und Köln/Leverkusen. Letztere Region zählt sogar zu Europas größter Autobahnbaustelle, rechnet man alle Maßnahmen zusammen. Bis 2023 werden etwa Autobahnteilstücke mehrspurig ausgebaut, der Lärmschutz für Anwohner verbessert, Fahrbahnbeläge vollständig erneuert, Autobahnkreuze vergrößert und Brücken verstärkt. Besonders eng wird es dort derzeit auf der A3 zwischen Leverkusen und Köln-Mülheim. Die Fahrbahn wird achtspurig ausgebaut. Neben den genannten Engstellen gibt es derzeit unter anderem auch Großbaustellen auf der A1 zwischen Remscheid und Wermelskirchen, auf der A3 zwischen Kreuz Ratingen-Ost bis zum Kreuz Hilden, auf der A40 in Essen, nach wie vor im und rund um das Kreuz Kaarst sowie auf der A46 zwischen Grevenbroich und dem Kreuz Neuss West.

Sorgen bereiten den Verkehrsplanern aber weiterhin die maroden Rheinbrücken in Leverkusen und Duisburg, die in den nächsten Jahren neu gebaut werden müssen, weil sie den Verkehr dauerhaft nicht mehr tragen können. Aber bis es soweit ist, müssen sie irgendwie halten. Eine Sperrung der Bauwerke wäre das absolute Schreckensszenario der Verkehrsplaner. Würde dieser Fall eintreten, wäre das gesamte Konzept für alle Großbaustellen rund um die Brücken hinfällig. Auch die Arbeiten auf dem sechs Kilometer langen Teilstück der A42 haben mit der Neuenkamper Rheinbrücke in Duisburg zu tun. Die Fahrbahndecke wird auf der A 42 verstärkt, weil der Schwerlastverkehr infolge des Brückenneubaus (A40) für einige Zeit über die A42 umgeleitet werden soll.

Der ADAC rät allen Pendlern, Geduld zu haben. "Die Bauarbeiten sind - so ärgerlich sie auch seien mögen - notwendig. Sie machen die Autobahnen leistungsstärker und sorgen dauerhaft für etwas mehr Entspannung auf den Straßen", sagt eine Sprecherin des Automobilclubs. Wer kann, sollte die Großbaustellen möglichst umfahren. Richtig voll könnte es zu Beginn der Herbstferien werden. Besonders Richtung Nord- und Ostsee sowie Richtung Süden müsste man mit längeren Staus rechnen, so der ADAC. So schlimm wie zu Beginn der Sommer- und Osterferien werde es in diesem Jahr aber wohl nicht.

Mit dem November steht noch einer der stauträchtigsten Monate des Jahres bevor. Verkehrsexperten sehen den Grund dafür vor allem im Wetter. Wenn es regnet und dunkel ist, fahren die meisten Menschen vorsichtiger und langsamer. Zusätzlich beeinträchtigt wird der Verkehr neben den Langzeit- durch viele Tagesbaustellen, die vor Einbruch des Winters noch schnell eingerichtet werden. "Davon gibt es täglich im Durchschnitt 150", sagt Korte. Die meisten dieser Arbeiten würden nur wenige Stunden dauern und in Tageszeiten gelegt, in denen nur wenig Verkehr herrscht, "in der Regel zwischen 10 und 12 Uhr", sagt der Baustellenmanager.

Herms benötigt wegen der Baustelle auf der A42 täglich doppelt so lange zur Arbeit wie sonst. "Es gibt keine Alternative, um vom Niederrhein mit dem Auto über den Rhein ins Ruhrgebiet zu kommen", sagt er. Und das wird sich in den nächsten drei Jahren wohl auch nicht ändern.

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Quelle: RP
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