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Herford
Verkehrskontrolle mit Pfefferspray: Polizisten angeklagt

Herford. Mehr als ein Jahr nach einer umstrittenen Verkehrskontrolle mit Pfeffersprayeinsatz hat die Staatsanwaltschaft zwei Polizisten im ostwestfälischen Herford angeklagt. Die Bochumer Behörde wirft den Beamten die inzwischen 39 und 35 Jahre alt sind, Körperverletzung im Amt, Freiheitsberaubung und Verfolgung Unschuldiger vor, wie die Polizei Bielefeld am Montag mitteilte.

Laut den Ermittlungsergebnissen zu der Verkehrskontrolle von Mitte Juni 2014 soll der 39-Jährige ohne Grund einen Autofahrer fixiert und dessen berechtigten Widerstand durch Faustschläge und den massiven Einsatz von Pfefferspray gebrochen haben.

Durch falsche Angaben soll dieser Beamte anschließend ein Strafverfahren gegen den Fahrer und dessen Cousin veranlasst und durch Schmerzensgeldforderungen auch noch einen unberechtigten Vermögensvorteil angestrebt haben. Der zweite Beamte soll trotz Kenntnis der Umstände seinem Kollegen geholfen haben.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hatte zunächst den Autofahrer und dessen Cousin wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angeklagt. Die Notwehrversion des Beamten geriet Anfang Mai ins Wanken. Vor Gericht stellte sich heraus, dass bei den damaligen Ermittlungen nicht das komplette Video-Material aus der Streifenwagenkamera ausgewertet worden war. Der Autofahrer und sein Cousin wurden freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft Bochum übernahm anschließend den Fall. Der Anklagebehörde zufolge haben sich die Polizisten zur Sache geäußert.
Den Inhalt nannte die Staatsanwaltschaft jedoch nicht und verwies auf einen möglichen Prozess.

(met/ dpa)
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