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Nach Hurrikan "Matthew"
Isar-Team versorgt Opfer in Haiti mit Medikamenten

Hilfe nach Hurrikan "Matthew": Isar-Team versorgt Opfer in Haiti
Die Helfer von Isar erkunden die zerstörten Gebiete in Haiti, um die Hilfe zu organisieren. FOTO: I.S.A.R. Germany
Moers. Zerstörte Häuser und Hütten, eingestürzte Stromleitungen, überschwemmte Straßen – Hurrikan "Matthew" hat in der Karibik und den USA eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Eine Moerser Hilfsorganisation Isar leistete erste Hilfe. Von Christina Rentmeister

Wenn sich irgendwo auf der Welt eine schwere Naturkatastrophe oder ein Unglück ereignet, dann bedeutet das meist für die Mitarbeiter von Isar (International Search and Rescue): Koffer und Verbandsmaterial packen, Rettungsausrüstungen und Medikamente in Kisten verstauen und ab ins Flugzeug. Denn die Moerser Hilfsorganisation wird gerufen, wenn es um die Rettung von Verschütteten geht und viele Verletzte versorgt werden müssen.

Ein solcher Notruf erreichte Isar auch nach Wirbelstrum "Matthew" aus Haiti. Weite Teile des Landes waren dort von der Außenwelt abgeschnitten worden. Die Behörden gehen bisher von 300 bis 500 Toten aus. Am Montag reisten sechs Mitarbeiter der Organisation an die Südküste des Landes, das bereits 2010 durch ein schweres Erdbeben stark zerstört worden war. Das Erkundungsteam hatte Medikamente von einer Partnerorganisation für etwa 500 Menschen dabei und sollte sich einen Überblick verschaffen, welche Hilfe am dringensten benötigt wird.

Neben dem medizinischen Leiter Thomas Laackmann waren deshalb auch ein Bergungsspezialist und eine Frachfrau für Organisatorisches im Team, sagt Isar-Pressesprecher Simon Pake. "Es sind die mitgeflogen, die kurzfristig frei bekommen konnten", sagt der Pressesprecher. Denn die Mitarbeiter von Isar sind Ehrenamtliche. Die Zerstörungen nach "Matthew" seien stärker gewesen als erwartet, wenn auch deutlich geringer als nach dem Erdbeben 2010, sagt Pake. Die Wellblech-Hütten der meisten Menschen seien zerstört worden. "Die Leute leben dort ohnehin schon einfach. Jetzt müssen sie ihre Wellblech-Hütten selbst wieder aufbauen. Denn staatliche Hilfe gibt es keine", sagt Pake. Daher brauche es nach der Katastrophe nun auch langfristige Hilfen.

"Jetzt muss die langfristige Hilfe beginnen"

Insgesamt sei die Stimmung in Haiti angespannt, berichtet Thomas Laackmann.  Auch weil die Hilfe nur langsam ankäme. Viele Straßen seien unzugänglich, andere würden immer wieder gesperrt. Wasser und Strom würden dringend benötigt, außerdem seien viele Schulen zerstört und das Schulmaterial vom Regen vernichtet worden, sagt Laackmann.

Der medizinische Leiter von Isar kommt aus Sonsbeck und ist immer wieder in Katastrophengebieten im Einsatz. Zu seinen Aufgaben gehört nicht nur die Versorgung von Verletzten, sondern auch die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. So werden etwa alle Informationen des Erkundungsteams an die Vereinten Nationen weitergegeben und die Einsätze der einzelnen Hilfsteams koordiniert. 

Aktuell gibt es allerdings für das Isar-Team in Haiti nichts mehr zu tun. "Von der Belastbarkeit des Teams her hätten wir noch vor Ort bleiben können. Allerdings ist die Soforthilfe abgeschlossen. Jetzt muss die langfristige Hilfe beginnen", sagt Pake. Die sechs Isar-Mitarbeiter sind bereits auf der Rückreise und sollen am Donnerstag wieder in Deutschland ankommen. "Sie haben sich bereits einen Überblick verschafft, wie wir nun weiterhelfen können. Ob wir das selbst übernehmen oder durch Partnerorganisationen, muss sich aber noch zeigen", sagt der Isar-Sprecher.

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