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Weiteres Opfer in Höxter
51-Jährige wurde monatelang misshandelt

Paar hält Frau in Höxter gefangen - zu Tode misshandelt
Paar hält Frau in Höxter gefangen - zu Tode misshandelt FOTO: dpa, mku gfh
Bielefeld. Immer mehr Opfer des festgenommenen Ehepaars aus Höxter melden sich bei der Polizei. Jetzt wurde ein weiterer Fall von Misshandlungen bekannt. 

Eine 51-Jährige aus dem Großraum Berlin ist nach eigenen Angaben mehr als drei Monate lang in dem Haus in Höxter misshandelt worden. Das Opfer hatte sich am Sonntag bei der Polizei gemeldet: Die Frau hatte das Haus in den Medien wiedererkannt. Kennengelernt hatte sie den Beschuldigten durch eine Kontaktanzeige. Nach einigen Telefonaten reiste sie im August 2011 erstmals ins Weserbergland.

Bei diesem dreiwöchigen Besuch habe es jedoch keine Übergriffe gegeben. Der Besuch sei harmonisch und konfliktfrei verlaufen, so ein Polizeisprecher. Sie hielt Telefonkontakt und entschloss sich schließlich zu einem zweiten Aufenthalt. Erst dann sei es zu Misshandlungen gekommen.

Die Ermittlungen in Höxter-Bosseborn laufen laut Polizei auf Hochtouren. Am Mittwochvormittag sei das Wohnhaus mit Kräften einer Einsatzhundertschaft ausgeräumt worden, um weitere Spuren zu sichern.
"Unsere Techniker können leere Räume einfach besser untersuchen. Wir müssen viel Müll rausschaffen", sagte ein Polizeisprecher. Auch Hinweisen aus der Bevölkerung geht die Polizei nach. Hinweise auf weitere Opfer gab es zunächst keine.

Die nur wenig mehr als 500 Einwohner zählende Ortschaft im östlichsten Zipfel von Nordrhein-Westfalen - an der Grenze zu Niedersachsen - zeigt sich bestürzt über die Ereignisse. Ein fürs Wochenende geplantes Dorffest sagte der Heimatschützenverein ab. Man sei zutiefst betroffen über die Geschehnisse im Ort.

Dem Täter geht es um Macht

"Letztendlich geht es um Macht. Das Unterwerfen des Opfers geschieht durch körperliche oder sexuelle Gewalt, aber auch durch psychologisches ,Brechen' der Persönlichkeit", sagte die Psychologin Christa Roth-Sackenheim gegenüber unserer Redaktion. "Man muss davon ausgehen, dass bei solchen planvollen Versklavungen eine krankhafte Neigung bei den Tätern besteht, anderen Menschen sadistische Erniedrigungen und Verletzungen zuzufügen. Das ist etwas, was sich oft schon in der Kindheit oder Jugend manifestiert. Oft beginnt es damit, dass zum Beispiel Tiere gequält werden. Es kommt vor mit dem Ziel der sexuellen Befriedigung, es kann aber auch ohne sexuelle Motive einhergehen." 

(dpa/heif)
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