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Misshandelte Frauen
Täter von Höxter sollen ihre Opfer gefilmt haben

Höxter: Wilfried W. und Angelika B. sollen Misshandlungen mit Handys gefilmt haben
Fernseh-Journalist vor Tatort in Höxter (Archiv): 15 Mobiltelefone beschlagnahmt FOTO: dpa, frg fdt
Höxter. Wieder sind neue Details über Wilfried W. und Angelika B. bekannt geworden, die in Höxter Frauen festgehalten und gefoltert haben sollen. Offenbar wurden die Taten mit Handys gefilmt. Die Polizei soll entsprechende Aufnahmen gefunden haben.

Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Demnach soll die Polizei in dem Haus in Höxter 15 Mobiltelefone gefunden und beschlagnahmt haben. Darauf sollen, so der Bericht, Aufnahmen von acht Frauen zu sehen sein.

Der angeklagten Angelika B. wurden die Bilder und Videos gezeigt. So bekam sie auch ihr Anwalt Peter Wüller zu sehen. Er sagte gegenüber "Bild": "Diese Bilder und Videos sind furchtbar. Man sieht leblos wirkende Frauen, die gefesselt und nackt auf dem Boden liegen." Die Auswertung werde Monate in Anspruch nehmen.

Polizei prüft Vorwürfe gegen Wache in Uslar

Mordkommission "Bosseborn" berichtet über das Haus von Höxter FOTO: dpa, frg fdt

Derzeit geht die Polizeidirektion Göttingen dem Vorwurf nach, niedersächsische Beamte hätten die tödlichen Misshandlungen zweier Frauen in Höxter-Bosseborn möglicherweise verhindern können. Es seien "alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, um den Sachverhalt aufzuklären", sagte Polizeipräsident Uwe Lührig.

Der Rechtsanwalt des tatverdächtigen Wilfried W. hatte im "Westfalen-Blatt" den Vorwurf erhoben, W. und dessen Ex-Frau hätten bereits 2012 - lange vor dem Tod der Frauen - auffliegen müssen. Sie seien damals mit einem anderen Opfer, das sie anschließend hätten freilassen wollen, zur Polizei in Uslar gefahren, um sich eine Unterschrift der Frau bezeugen zu lassen.

Sie habe unterschreiben sollen, dass sie sich freiwillig in dem Haus des Paares aufgehalten habe. Die Polizei habe dies abgelehnt, ohne mit dem Opfer zu sprechen. Andernfalls, so der Anwalt, wäre das Paar wohl schon damals aufgeflogen.

Göttingens Polizeipräsident Lührig wollte sich zu dem Vorwurf nicht konkret äußern: Es handele sich um ein schwebendes Ermittlungsverfahren des Polizeipräsidiums Bielefeld und der Justizbehörden in Nordrhein-Westfalen. Aus Polizeikreisen hieß es, man halte den Vorwurf des Rechtsanwalts für wenig plausibel.

Der 46 Jahre alte Verdächtige W. und seine 47 Jahre alte Ex-Frau hatten jahrelang Frauen per Kontaktanzeige nach Höxter gelockt. Laut den bisherigen Ermittlungen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft von acht Opfern aus, zwei Frauen aus Niedersachsen kamen ums Leben.

(csr/dpa)
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