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Nordrhein-Westfalen
130.000 Flüchtlinge warten auf Asylbescheid

In NRW: 130.000 Flüchtlinge warten auf Asylbescheid
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. FOTO: dpa
Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen warten noch 130.000 Flüchtlinge auf die Entscheidung über ihren Asylantrag. Dabei handele es sich um 126.000 Erstanträge und 4.000 Folgeanträge, erklärte die Leiterin des Operativen Bereichs beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Katja Wilken-Klein, am Montag in Düsseldorf.

Bei der gegenwärtig rückläufigen Zuwanderung zeichne sich ab, dass der Antragsberg voraussichtlich bis zum Frühjahr 2017 von der Flüchtlingsbehörde abgearbeitet sein werde. In NRW arbeiten derzeit 669 Entscheider für Asylverfahren.

Nach Expertenschätzungen haben aber 45.000 Asylsuchende in NRW noch gar keinen Asylantrag gestellt. Diese Flüchtlinge seien bisher lediglich in den Landesunterkünften registriert und den Kommunen zugewiesen worden. Wilken-Klein wollte zu diesen Schätzungen keine Angaben machen.

Schnellere Entscheidungen

Die für das Management beim BAMF zuständige Leiterin teilte mit, dass sich die Bearbeitungszeiten ihrer Behörde nach einer Verdreifachung des Personals spürbar verbessert hätten. Während die Bearbeitungsdauer für Altfälle im Schnitt bei 6,7 Monaten liege, betrage sie in neuen Asylverfahren von der Antragstellung bis zur Entscheidung nur noch 1,8 Monate. Bundesweit seien derzeit 567.000 Asylverfahren anhängig.

In den ersten acht Monaten dieses Jahres wurden in NRW laut Wilken-Klein 62.299 Asylverfahren entschieden. Dabei sei 36.888 Menschen wegen politischer oder religiöser Verfolgung ein Anspruch aus Asyl zugestanden worden. In 25.411 Fällen sei der Antrag abschlägig beschieden worden. 2015 hatte das BAMF in NRW 46.063 Asylverfahren bearbeitet, davon 26.344 mit einem positiven und 19.709 mit einem negativen Bescheid.

Mehr als ein Drittel der Asylbewerber stammt aus Syrien

Die meisten Asylbewerber in NRW stammen mit 37 Prozent aus Syrien. Deren Anerkennungsquote liegt laut BAMF bei 97 Prozent. Dahinter folgen Flüchtlinge aus dem Irak mit einem Anteil von 20 und aus Afghanistan mit einem Anteil von 17 Prozent. Die Schutzquoten für diese beiden Herkunftsländer liegen bei 77 Prozent (Irak) und 47 Prozent (Afghanistan). Weitere Herkunftsländer der Asylbewerber sind Iran (5 Prozent), Nigeria (4 Prozent), Albanien (4 Prozent), Guinea (3 Prozent), Pakistan (3 Prozent) und Bangladesch (2 Prozent). Bei vier Prozent der Flüchtlinge sind die Herkunftsländer den Behörden unbekannt.

(sb/kna)
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