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Wohnungsmangel
In NRW wieder weniger Wohnungen genehmigt

In NRW wieder weniger Wohnungen genehmigt
Ein geringeres Wohnungsangebot bedeutet höhere Mietpreise. (Symbolbild) FOTO: dpa, Wolfgang Kumm
Düsseldorf. Die Zahl der in NRW genehmigten Wohnungen ist im vergangenen Halbjahr wieder rückIäufig gewesen. Das ist vor allem eine schlechte Nachricht für Mieter. Der Mieterbund sorgt sich um bezahlbaren Wohnraum.

Angesichts einer stark sinkenden Zahl neuer Wohnungen sorgen sich Immobilieneigentümer und Mieterschützer um bezahlbare Mieten in NRW. War die Zahl im vergangenen Jahr noch gestiegen, so wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 im ganzen Land deutlich weniger Wohnungen genehmigt. Unter anderem in Köln und auch in Münster brachen die Zahlen ein, wie eine am Freitag in Düsseldorf veröffentlichte Statistik zeigt.

"Für uns ist das ein schlechtes Signal", sagte Silke Gottschalk, die Geschäftsführerin des Deutschen Mieterbundes NRW. Es sei wichtig, dass bezahlbarer Wohnraum in den Ballungsräumen des Landes entstehe. "Da ist der Bedarf enorm."

Das Problem: Irgendwann sei auch in Städten wie Köln, Düsseldorf oder Essen das Maß erreicht und keine Fläche für den Bau mehr zu finden. "Wir müssen an die Kommunen appellieren, damit sie die noch zur Verfügung stehenden Freiflächen nutzen, Stellplätze aufheben oder Häuser nach oben ausbauen", sagte Gottschalk.

Geringes Angebot belastet Mietpreise 

Laut Statistik genehmigten die NRW-Bauämter im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 26.156 Wohnungen, das waren zwar mehr als in den Jahren 2014 und 2015, aber auch 16,7 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2016. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in bereits bestehenden Gebäuden – zum Beispiel in ausgebauten Dachgeschossen – sank sogar um 34,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

"Wer sein Dachgeschoss ausbaut, der muss einen Stellplatz zur Verfügung stellen. Das kostet und das schreckt ab", erklärt Erik Uwe Amaya, der Verbandsdirektor beim Eigentümerverband Haus & Grund Rheinland.

Ein kleineres Angebot an Wohnungen belaste außerdem die Mietpreise. Amaya sieht einen wichtigen Grund für den Rückgang in der unter der alten Landesregierung geplanten Verschärfung der Bauordnung, die vor allem Eigentümer zur Kasse gebeten hätte.

Starke Unterschiede zwischen den Kommunen 

Während sich in einigen Kommunen die Zahl genehmigter Wohungen mehr als verdoppelt hat, ist sie in anderen Kommunen um fast die Hälfte zurückgegangen. So wurden im Verwaltungsbezirk Stadt Krefeld im ersten Halbjahr 309 Wohnungen genehmigt (plus 247,2 Prozent), in Herne waren es 168 (plus 143,5 Prozent), dagegen ging die Zahl im Kreis Olpe deutlich um 47,9 Prozent zurück auf 151, im Rhein-Sieg-Kreis um 48,5 Prozent auf 788, in Bonn um 53,6 Prozent (470 neue Wohnungen), in Mülheim/Ruhr wurden 49,6 Prozent weniger Wohnungen genehmigt (194).

(beaw/lnw/dpa)
 
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