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"Internetwache" der NRW-Polizei
Immer mehr Opfer stellen Strafanzeige per Smartphone

"Internetwache" der NRW-Polizei: Opfer stellen Strafanzeige per Smartphone
Immer mehr Menschen in NRW nutzen die "Internetwache" der Polizei und erstatten eine Strafanzeige online. FOTO: dpa, fg soe
Düsseldorf. Das Angebot, eine Strafanzeige online zu stellen, kommt an. Wer in NRW ein Verbrechen bei der Polizei anzeigen will, kann das seit einigen Jahren im Internet machen. Immer mehr Opfer nutzen das Angebot.

Immer mehr Menschen in NRW nutzen die "Internetwache" der Polizei und erstatten eine Strafanzeige online. Im vergangenen Jahr hätten Menschen in mehr als 69 000 Fällen Straftaten über das Webformular gemeldet, sagte Frank Scheulen vom Landeskriminalamt NRW. 2014 habe es noch 7000 Internet-Anzeigen weniger gegeben.

"Ein Großteil der Bürger, die online Anzeige erstatten, hätte sich ohne dieses Angebot gar nicht an die Polizei gewandt", sagt der LKA-Sprecher. Die seit 2008 bestehende "Internetwache" mache Anzeigen bequemer und unkomplizierter.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter sieht das Onlineangebot positiv. "Wir wollen stetig die Hemmschwellen für Bürger bei einer Anzeige reduzieren - und diese Möglichkeit ist zudem sehr zeitgemäß und spart lange Wege zu den Kommissariaten", sagte Landeschef Sebastian Fiedler. Vor allem Verbrechen, die in sogenannten "Dunkelfeldern" auftreten - wie Internetkriminalität oder Korruption - kämen so häufiger ans Licht.

Doch es gibt auch Nachteile. Durch die niedrige Hemmschwelle erreichen auch Anzeigen die Polizei, die sich letztlich als Petitesse herausstellen. Doch das nehme man gern in Kauf, sagt Fiedler. "Dass unter den vielen Anzeigen auch mal Nachbarschaftsstreitigkeiten sind - damit müssen wir klarkommen."

Die "Internetwache" ist zentral beim LKA angesiedelt. Will man auf www.polizei.nrw.de eine Anzeige erstellen, erscheint der Hinweis "In Notfällen wählen Sie immer die Notrufnummer 110!" Wer dann auf "Anzeige erstatten" klickt, wird über die rechtlichen Konsequenzen einer Anzeige belehrt und muss diese Belehrung bestätigen. Dann öffnet sich das Webformular.

Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Erich Rettinghaus, sieht insbesondere in der schnellen Bearbeitung der Sachverhalte einen Vorteil der "Internetwache". "Wenn keine Sofortmaßnahme notwendig ist, leitet das LKA die Anzeige an die zuständige Behörde weiter, wo sie am nächsten Vormittag im Postfach liegt." Bürger blieben so lange Wartezeiten in den Polizeidienststellen erspart.

(rl/lnw)
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