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Offenbar keine Verbindung zum "IS"
Unter Terrorverdacht in Unna festgenommener Syrer wieder frei

IS-Terrorverdacht: Festgenommener Syrer aus Unna wieder frei
Der 31-Jährige war am Donnerstagabend in der Erstaufnahmeeinrichtung in Unna wegen Terrorverdachts festgenommen worden. FOTO: dpa, cas pil
Unna/ Dortmund. Ein wegen Terrorismusverdacht am Donnerstagabend in einer Flüchtlingsunterkunft in Unna festgenommener 31 Jahre alter Mann ist wieder frei. Für eine Verbindung zur Terrormiliz "IS" gebe es keine Hinweise.

Für die auf einer arabischsprachigen Internetseite behauptete Verbindung des 31-Jährigen zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) habe sich keine Quelle finden lassen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund am Freitag. In Berlin wurde derweil nach Razzien wegen unerlaubten Waffenbesitzes weiter gegen einen 28-Jährigen ermittelt.

Der 31-jährige Syrer, der am Donnerstagabend in einer Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Unna vorübergehend festgenommen worden war, bestritt nach Angabe der Dortmunder Staatsanwaltschaft eine Verbindung zum IS. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, kursieren derzeit viele von IS-Gegnern geschriebene Internetseiten und Artikel mit Namen mutmaßlicher IS-Anhänger. In vielen Fällen treffe der dort geäußerte Verdacht dann aber nicht zu.

In Berlin hatten Beamte des Polizeilichen Staatsschutzes zusammen mit Spezialeinsatzkräften des Landeskriminalamtes am Donnerstagmorgen zwei richterliche Durchsuchungsbeschlüsse in Neukölln und Friedrichshain vollstreckt. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hatte die Beschlüsse unter anderem wegen Verdachts des unerlaubten Waffenbesitzes erwirkt. Zuvor waren Bilder des 28-jährigen Verdächtigen bekannt geworden, die ihn mit verschiedenen Waffen zeigten - unter anderem offenbar mit einem Sturmgewehr des Typs AK 47. Der Mann soll in diesem Zusammenhang geäußert haben, dass er in Syrien kämpfen will.

Der 28-Jährige äußerte sich nicht zu den Vorwürfen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag in Berlin sagte. Bei den Durchsuchungen hatten die Ermittler unter anderem Handys, einen Laptop, Datenträger, eine geladene Luftdruckwaffe sowie verschiedene Gegenstände beschlagnahmt, die wahrscheinlich unter das Waffengesetz fallen. Die gemeinsamen Ermittlungen des Polizeilichen Staatsschutzes und der Generalstaatsanwaltschaft dauerten an, sagte der Sprecher.

 

(met/ AFP)
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