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Jahresrückblick 2015
Was NRW dieses Jahr bewegt hat

Jahresrückblick: Die NRW-Schlagzeilen 2015 in Bildern
Jahresrückblick: Die NRW-Schlagzeilen 2015 in Bildern FOTO: dpa, ve fux
Düsseldorf. Der Absturz der Germanwings-Maschine auf dem Weg nach Düsseldorf, die Ankunft zehntausender Flüchtlinge: Es gab viele Momente 2015, die noch lange in Erinnerung bleiben werden.
  • Als im März die ersten Meldungen über einen Flugzeugabsturz in den französischen Alpen bekanntwerden, beschleicht viele im westfälischen Haltern eine böse Vorahnung. 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums wollten an diesem Tag von einem Schüleraustausch aus Spanien zurückkehren. Bald ist klar: Die Gruppe war an Bord von Flug 4U 9525. Alle sind tot. In der Stadt am Rande des Ruhrgebiets herrscht Entsetzen. Vor der Schule entsteht innerhalb kurzer Zeit ein Meer aus Kerzen. Auf dem Schulhof erinnert heute eine Gedenktafel aus Stahl an die Verstorbenen. "Sie sind und bleiben Teil unserer Schule", sagt Schulleiter Ulrich Wessel.
  • Es ist das wohl eindrücklichste Totengeläut des Jahres in NRW: Zunächst erklingt der "Dicke Pitter" im Kölner Dom tief und durchdringend. Er wird nur zu sehr besonderen Anlässen geschlagen. Dann stimmen Hunderte Glocken in ganz NRW mit ein. So erinnern am 19. Juni 23.000 Schläge an 23.000 Flüchtlinge, die seit dem Jahr 2000 bei ihrer gefährlichen Flucht über das Mittelmeer nach Europa ums Leben gekommen sind. "Alle zwei Sekunden ein Glockenschlag - und wir würden noch zwölf Stunden später hier stehen", mahnt Kardinal Rainer Woelki.
  • Wenige Monate später hat das Thema Flüchtlinge NRW ganz unmittelbar erreicht. Anfang September kommen erstmals Flüchtlinge mit einem Sonderzug am Dortmunder Hauptbahnhof an. Zwei Momente stehen für die Willkommenskultur: Bevor die ersten Züge weit nach Mitternacht eintreffen, packen viele Hundert Dortmunder in einer Menschenkette mit an und reichen wichtige Hilfsgüter für die Flüchtlinge von Arm zu Arm weiter. Am Morgen erreicht der nächste Sonderzug mit fast 1000 Flüchtlingen die Stadt. Ein Mann packt ganz unspektakulär mit an: Dortmunds Polizeichef Gregor Lange schleppt Koffer die Stufen vom Bahnsteig hinunter. Die völlig übermüdeten Frauen, Männer und Kinder - zumeist aus Syrien - danken es dem ihnen unbekannten Behördenleiter mit freundlichen Blicken. Manche haben Tränen in den Augen.
  • Es war zunächst eine ganz normale Wahlkampfveranstaltung in Köln. Die parteilose Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker verteilt am 17. Oktober Flyer, wirbt um Stimmen. Dann kommt ein damals 44-Jähriger auf sie zu, spricht kurz mit Reker, zieht ein Messer und verletzt die Politikerin am Hals. Eine Notoperation rettet ihr Leben. Am Tag nach dem wohl fremdenfeindlich motivierten Anschlag wählen die Kölner die bisherige - auch für Flüchtlingspolitik zuständige - Sozialdezernentin mit 52,7 Prozent zur Oberbürgermeisterin der viertgrößten deutschen Stadt. Reker liegt an diesem Tag noch im künstlichen Koma. Am 22. Oktober nimmt sie die Wahl am Krankenbett an. Knapp einen Monat später ist sie im Dienst und stellt klar: Sie lässt sich nicht einschüchtern.
  • Jürgen Klopp lässt sich auf einer Ehrenrunde vom gesamten Stadion feiern. Ohrenbetäubender Beifall donnert von den Rängen des BVB-Fußball-Tempels, nachdem der Coach im Mai sein letztes Heimspiel für Borussia Dortmund mit 3:2 gegen Bremen gewonnen hat. "Ich habe jede Minute hier genossen und nehme einen großen Sack voller positiver Erinnerungen mit", sagt Klopp sichtlich gerührt bei seiner Abschiedsrede. Kein Wunder: Er gewann mit der Borussia zwei Meisterschaften (2011/2012) und den DFB-Pokal (2012). Nun sucht Klopp sein Glück in der Premier League als Trainer des FC Liverpool.
(met/ lnw)
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