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Brutaler Angriff in Jülich
Familien-Fehde soll Attacke bei Fußballspiel ausgelöst haben

Jülich. Nach dem brutalen Angriff auf Spieler und Zuschauer bei einem Bezirksligaspiel in Jülich gibt es immer mehr Hinweise auf einen Auslöser, der nichts mit dem Sport zu tun hatte. Stattdessen wurde offenbar eine Familien-Fehde auf dem Platz ausgetragen. Von Henning Bulka

Ein ganz gewöhnliches Spiel in der Bezirksliga im Jülicher Stadtteil Güsten am Sonntagnachmittag. Auf dem Platz: die Mannschaften des SV Grün-Weiß Welldorf-Güsten und der Sportfreunde Düren. Ein sehr faires Spiel, heißt es von Augenzeugen. Bis zur 70. Minute.

Plötzlich stürmen um die 30 Bewaffnete auf den Platz. Sie schlagen erst auf Spieler, dann auch auf Zuschauer ein, mit Baseballschlägern und Eisenstangen. "Das war wie Krieg", berichtet ein Augenzeuge aus den Reihen der Sportfreunde Düren. "Wenn man es nicht gesehen hat, kann man es nicht glauben."

Nur wenige Minuten dauert das Gemenge, dann flüchten die Angreifer und entkommen. Kurze Zeit später treffen Polizei und Rettungskräfte ein. Die Bilanz: Neun Verletzte, drei davon müssen sogar ins Krankenhaus. Die Mehrheit der Verletzten ist libanesischer Herkunft.

"Clan-Fehde, die leider auf dem Sportplatz ausgetragen wurde"

Die Polizei hält sich am Morgen danach bedeckt. "Wir haben im Laufe des Abends umfangreiche Maßnahmen durchgeführt, von verschiedenen Personen die Personalien festgestellt", sagte eine Sprecherin. Einen fremdenfeindlichen Hintergrund schließen die Beamten aktuell aus.

Einen eindeutigen Verdacht äußern dagegen die beteiligten Vereine. "Nach jetzigem Kenntnisstand handelt es sich um eine Clan-Fehde, die leider auf dem Sportplatz ausgetragen wurde", schreibt der Vorstand aus Welldorf-Güsten auf seiner Facebookseite.

Das bestätigt auch der Augenzeuge von den Sportfreunden Düren. Er spricht von einem Konflikt zwischen Familien. "Da muss vergangene Woche etwas vorgefallen sein." Was genau, wisse er auch nicht. Bislang seien dem Verein diese Konflikte nicht bekannt gewesen.

Die Polizei nimmt diese Berichte "zur Kenntnis". "Wir gehen dem als Spur nach", sagte die Sprecherin. "Ob tatsächlich eine vermeintliche Clan-Fehde ursächlich war, können wir derzeit aber noch nicht sagen." Ebenfalls nicht bestätigen wollte die Polizei Berichte der beiden Vereine über Schusswaffen, die bei dem Angriff gesichtet worden sein sollen.

Die Ermittlungen zu Tätern und Hintergrund dauern jetzt weiter an. Eine Prognose, wann es weitere Informationen geben soll, wollte die Polizeisprecherin nicht abgeben. Der SV Grün-Weiß Welldorf-Güsten distanziert sich unterdessen "von jeglicher Gewalt, die in den Sport getragen wird". Und auch die Sportfreunde Düren machen deutlich: "Solche Dinge machen Amateursport kaputt."

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