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Junge in Arnsberg verhungert
Geschwister des toten Kindes sollen aussagen

Junge in Arnsberg verhungert: Geschwister sollen aussagen
Die Angeklagte mit ihrem Verteidiger Stephan Lucas im Flur des Landgerichts. FOTO: dpa, bt gfh
Arnsberg. Im Prozess um den Hungertod eines zweijährigen Jungen ist das Urteil erneut verschoben worden. Jetzt sollen noch mehrere Geschwister in den Zeugenstand gerufen werden.

Im Prozess um den verhungerten zweijährigen Jungen aus Winterberg ist die Strafkammer am Landgericht Arnsberg am Mittwoch erneut in die Beweisaufnahme eingetreten. Das Gericht will noch die vier ältesten Geschwister als Zeugen anhören. Das älteste Kind der angeklagten zehnfachen Mutter ist inzwischen volljährig. 

Ursprünglich waren das Plädoyer der Verteidigung und das Urteil gegen die angeklagte Mutter vorgesehen. Es soll jetzt geklärt werden, wie die Kinder den Zustand ihrer kleinen Geschwister in den Wochen vor dem Tod von Anakin gesehen haben.

Plädoyers sind überholt

Der Mutter wird Körperverletzung mit Todesfolge im Fall des Sohnes und gefährliche Körperverletzung durch Unterlassen im Fall der damals neun Monate alten Tochter vorgeworfen. Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft, die bereits eine Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten gefordert hatte, ist mit der neu angesetzten Zeugenanhörung hinfällig. 

Die beiden Kinder waren im Winter 2014 bis auf die Knochen abgemagert. Das Mädchen konnten die Ärzte retten. Der Junge starb.
Ein psychiatrischer Gutachter hält die Mutter für schuldfähig.

Die 41-Jährige hatte im Prozessverlauf erklärt, sie habe um den kritischen Zustand der beiden Kinder gewusst. Zum Arzt ging sie im Fall des Jungen zu spät. Über soziale Medien schrieb sie später an eine Pflegemutter, sie habe gelogen, um ihren Kindern eine Aussage zu ersparen und eine Bewährungsstrafe zu erreichen. 

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Der Prozess wird am 20. Februar fortgesetzt.

(sef/lnw)
 
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