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JVA Münster
Heute müssen die letzten Gefangenen raus

Gefängnis in Münster wird wegen Einsturzgefahr evakuiert
Gefängnis in Münster wird wegen Einsturzgefahr evakuiert FOTO: dpa, frg fpt
Münster. Am Donnerstag lief alles nach Plan, bis Freitagmittag soll die Evakuierung der einsturzgefährdeten Justizvollzugsanstalt in Münster abgeschlossen sein. Mit großem logistischem Aufwand haben dann fast 500 Strafgefangenen ihren Zellenort gewechselt.

Nach ersten aufwendigen Verlegungen wird der Rest des einsturzgefährdeten Gefängnisses in Münster am Freitag geräumt. Bis zum Mittag müssen alle Knast-Insassen das über 160 Jahre alte Gebäude verlassen haben. Am ersten Tag der Evakuierung war alles nach Plan verlaufen. Bis zum Abend waren bereits 380 Gefangene in andere Justizvollzugsanstalten des Landes verlegt worden, wie JVA-Leiter Carsten Heim auf Nachfrage bestätigte. Der Notfallplan mit der Räumung innerhalb von 48 Stunden war am Mittwoch aktiviert worden.

34 Häftlinge bleiben in Münster

Ein Großteil der 515 Insassen der Justizvollzugsanstalt wird in andere Haftanstalten verlegt - viele von ihnen nach Coesfeld (44), Krefeld (62) und Mönchengladbach (123). Dafür sind laut Justizministerium auch am Freitag wieder sieben Busse im Einsatz, die im Pendelverkehr die Gefangenen verlegen. Zusätzlich gibt es auch einige Einzeltransporte für psychischkranke Insassen. 34 Häftlinge können in Münster bleiben - in einem Teil des Gebäudes, der nicht baufällig ist.

Nach Auskunft des JVA-Leiters Carsten Heim saßen in Münster hauptsächlich Kleinkriminelle und Drogenabhängige ein, die zum ersten Mal im Gefängnis sind, sagte Heim. Richtig schwere Fälle seien nicht dabei.

Koordiniert werden die Gefangenentransporte vom nordrhein-westfälischen Justizministerium. Das entscheidet auch, in welche Anstalten wie viele Häftlinge verlegt werden.

Am Mittwoch hatte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW das Mietverhältnis mit dem Justizministerium fristlos gekündigt. Denn nach einem neuen Gutachten ist das alte Gefängnis akut einsturzgefährdet. Der BLB sucht schon seit Jahren vergeblich nach einem Gelände für einen Neubau in Münster. Einen Grundsatzbeschluss für einen Neubau gibt es bereits seit dem Jahr 2012.

(lsa/lnw)
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