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Fast 500 Gefangene verlegt
Baufälliges Gefängnis in Münster ist geräumt

Gefängnis in Münster wird wegen Einsturzgefahr evakuiert
Gefängnis in Münster wird wegen Einsturzgefahr evakuiert FOTO: dpa, frg fpt
Münster. Umziehen macht Arbeit und setzt Planung voraus. Das weiß jeder, der schon mal die Wohnung wechseln musste. Aber was, wenn gleich ein ganzes Gefängnis umziehen muss? Und dann auch noch innerhalb von zwei Tagen? Möglich ist das, die JVA Münster hat es geschafft.

Das einsturzgefährdete Gefängnis in Münster ist komplett geräumt. Am Freitagmittag verließ der letzte Gefangenentransporter die JVA Münster, um Häftlinge aus dem baufälligen Gebäude an andere Orte zu verlegen. Nachdem am Donnerstag bereits 380 Gefangene in andere Justizvollzugsanstalten des Landes verlegt worden waren, mussten am Freitag die verbliebenen rund 80 Insassen umziehen. Weitere 47 der insgesamt mehr als 500 Insassen sind in einem nicht baufälligen Teil des mehr als 160 Jahre alten Gefängnisses untergekommen.

Räumung dauerte 48 Stunden

Der Notfallplan mit der Räumung innerhalb von 48 Stunden war am Mittwoch aktiviert worden. Zuvor hatte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW das Mietverhältnis mit dem Justizministerium fristlos gekündigt. Nach einem neuen Gutachten ist das alte Gefängnis akut einsturzgefährdet.

Justizstaatssekretär Karl-Heinz Krems bezeichnete die detailliert geplante Evakuierung bei einem Besuch in der JVA als "logistische Meisterleistung". Ein Umzug innerhalb von nur 48 Stunden wäre schon für einen Privathaushalt eine Herausforderung.

In Münster saßen nach Angaben von JVA-Leiter Carsten Heim hauptsächlich Kleinkriminelle und Drogenabhängige ein, die zum ersten Mal im Gefängnis sind. Koordiniert wurden die Gefangenentransporte im Pendelverkehr vom nordrhein-westfälischen Justizministerium.

(lsa/lnw)
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