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Kaffee "to go" in der eigenen Tasse
Das Ende der Einwegbecher

Kaffee "to go" in der eigenen Tasse - Das Ende der Einwegbecher
Das Ende der Einwegbecher? Immer mehr große Ketten bieten ihren Kunden an, Kaffee in selbst mitgebrachte Becher zu füllen. FOTO: dpa, kdg sab
Düsseldorf. Umweltschützer wollen sie schon seit Jahren abschaffen: Einwegbecher für den Kaffee unterwegs. Nun tut sich was. Viele große Ketten erlauben Kunden, eigene Becher mitzubringen, und locken mit Preisnachlässen. Von Sebastian Fuhrmann

Wer bei McDonald's einen Kaffe kauft, hört zuerst diese Frage: "Zum hier Trinken oder zum Mitnehmen?" Wer die Variante "to go" wählt, bekommt seinen Kaffee in einem kleinen Becher mit weißer Kappe. Und weiter geht's. Ab Mitte November könnte es zusätzlich heißen: "Haben Sie einen eigenen Becher dabei?"

Kunden können ihren Kaffee in den McCafé-Filialen ab dem 17. November in mitgebrachte Mehrwegbecher füllen lassen. Wer einen eigenen Becher mitbringt, zahlt zehn Cent weniger pro Heißgetränk. So handhabt es auch die Schwalmtaler Bäckereikette Kamps, die ab 7. November den Mehrweg-Service in allen 393 NRW-Filialen anbieten wird. "Es gab immer wieder Nachfragen von Kunden zu dem Thema. Wir glauben, das Thema Mehrweg könnte ein Trend sein", sagt Unternehmenssprecherin Annika Loessel. 

Auch andere Unternehmen ziehen mit: Die SB-Bäckerei Backwerk empfiehlt ihren Franchise-Partnern, Mehrwegbecher zuzulassen. Auch die Kaffeeketten Tchibo und Starbucks bieten ihren Kunden an, Heißgetränke in mitgebrachte Tassen zu füllen. 

So schaden Einwegbecher der Umwelt

Jährlich entstehen durch Einwegbecher Tausende Tonnen Müll. Die Deutsche Umwelthilfe zitiert eine Studie, nach der Deutsche im Jahr 2014 162 Liter Kaffee pro Kopf tranken, fünf Prozent davon aus Einwegbechern. 70 Prozent aller Verbraucher griffen der Studie zufolge "häufig" zu "to go"-Bechern.

Nach Zahlen der Organisation werden allein in Deutschland 320.000 Einwegbecher in der Stunde verbraucht, hochgerechnet auf ein Jahr macht das drei Milliarden weggeworfene Becher. In Berlin sind es pro Tag 400.000. Die Becher bestehen zu einem Teil aus Papierfasern, zum anderen aus Kunststoff, sogenanntem Polyethylen, das mit Rohöl hergestellt wird. Für die Herstellung der in einem Jahr in Deutschland verbrauchten Coffee-to-go-Becher entstehen Emissionen von 83.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2), das das Klima belastet.

Ist Mehrweg hygienisch?

Setzt sich das Mehrwegsystem durch, schont das die Umwelt. Für Unternehmen ist das neue Angebot damit automatisch auch Imagepflege; Nachhaltigkeit liegt im Trend. Aber wie hygienisch ist es, Kaffee in die mitgebrachten Behälter der Kunden zu füllen? 

"Die Voraussetzung ist, dass die Becher der Kunden sauber sind. Ob sie das sind, liegt im Ermessen des Servicepersonals", sagt Kamps-Sprecherin Loessel. McDonald's habe vor der Einführung der neuen Mitbring-Regel die Hygiene-Anforderungen bei Tests überprüft, erfolgreich, heißt es.

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