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Kinderklinik Bielefeld-Bethel
Baby stirbt an Überdosis – Medikament falsch gelagert?

Bielefeld. Ein dreieinhalb Wochen alter Säugling ist 2015 in der Kinderklinik Bielefeld-Bethel an einer massiven Überdosis eines Herzmedikaments gestorben. Jetzt wird der Fall neu aufgerollt, weil möglicherweise das Medikament für jeden zugänglich gelagert wurde. 

Rechtsmediziner der Uni Münster hatten den Säugling obduziert und festgestellt, dass eine Überdosis eines Herzmedikaments die Todesursache war. Das bestätigte Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann aus Bielefeld auf Anfrage unserer Redaktion.

Polizei und Staatsanwaltschaft hätten mehr als ein Jahr gegen vier Kinderkrankenschwestern ermittelt, aber keinen Tatverdacht erhärten können. Das Verfahren sei deshalb im Mai eingestellt und jetzt nach einer Beschwerde der Eltern wieder aufgenommen worden. Nun werde geprüft, ob ein Organisationsverschulden der Klinik vorgelegen habe. 

"Das Herzmittel für den Jungen wurde vor dem Zimmer auf einem Tisch aufbewahrt und war für jeden Mitarbeiter und Besucher der Station zugänglich", so die Staatsanwältin. Er sollte einmal am Tag einen Tropfen "Lanitop" bekommen, die tatsächliche Dosis soll laut Obduktionsbericht aber mehr als 3,4 Milliliter betragen haben. "Die Krankenhausaufsichtsbehöde der Bezirksregierung muss nun prüfen, ob die Lagerung unsachgemäß war." Ob dann tatsächlich jemand dem Kind absichtlich eine Überdosis zugefügt hat, um dem Jungen zu schaden, wird sich aber womöglich nicht aufklären lassen. 

 

(siev)
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