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Kirchen in NRW zu Weihnachten
"Zusammenhalt in Deutschland ist bedroht"

Kirchen in NRW fordern zu Weihnachten Solidarität mit Schwachen und Frieden
Der Kölner Dom an Weihnachten (Archivbild). FOTO: Jörg Carstensen/dpa
Düsseldorf. Die Kirchen in Nordrhein-Westfalen haben an Weihnachten dazu aufgerufen, Konflikte in der Gesellschaft und weltweit zu überwinden. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki beklagt ein "dramatisch" hohes Ausmaß an Obdachlosigkeit in Deutschland.

Bundesweit seien 2016 rund 860.000 Menschen ohne Wohnung "und damit ohne Zuhause in einer geborgenen Atmosphäre" gewesen. Zudem fehle es an bezahlbaren Immobilien. Selbst Durchschnittsverdiener wie Krankenschwestern oder Polizisten könnten sich Wohnungen oft nicht mehr leisten. "Das ist ein ganz dunkles Kapitel unserer gegenwärtigen gesellschaftlichen Wirklichkeit", sagt der Geistliche.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, lobt Menschen, "die sich einsetzen für Frieden und Gerechtigkeit, die antisemitischen Hetzern widersprechen und Unterdrücker beim Namen nennen". Zudem begrüßt er das Wirken von "Friedensstiftern, die sich dafür einsetzen, dass Jerusalem nicht zum Faustpfand politischer Interessen wird, sondern eines Tages zur Stadt des Friedens wird".

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck mahnt Kompromissfähigkeit in der Politik an. Er wendet sich gegen eine "kämpferische Rechthaberei" und fordert die Fähigkeit ein, sich selbstkritisch zu ändern. "Wer Politik gestaltet, übernimmt heute mehr und mehr Verantwortung für das Ganze", so Overbeck. Diese Verantwortung umfasse neben der Innen- auch die Außenpolitik. "Kein Friede entscheidet sich nur innenpolitisch", sagt der Essener Bischof und verweist auf Kriege und Flüchtlinge.

Unablässiges Gebet für den Frieden

Münsters Bischof Felix Genn ruft zum unablässigen Gebet für den Frieden auf. Dies sei der Mühe wert, "selbst wenn man den Eindruck hat, dass ein nordkoreanischer Präsident nichts anderes kennt als das bloße Vergnügen an seiner eigenen Macht". Christen glaubten an das durch Jesus in die Welt gebrachte Heil Gottes. Von daher sei es für sie unverständlich, nur auf die Größe der eigenen Nation, des eigenen Ichs und der eigenen Person zu setzen.

Der Paderborner Erzbischof Heinz-Josef Becker beklagt Krieg, politische Unfreiheit oder Hunger. Gott teile diese Not mit den Menschen, indem er als Kind auf die Welt gekommen sei. Jesus sei das "Licht der unbedingten Solidarität Gottes".

Auch die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus, betont die Solidarität Gottes mit den Schwachen. "Gott hat ein Herz für die, die ganz unten wohnen", sagte sie an Heiligabend im ZDF-Fernsehgottesdienst aus der Zionskirche in Bielefeld-Bethel.

Der Aachener Bischof Helmut Dieser plädiert dafür, bei der Lösung der gesellschaftlichen und sozialen Probleme Maß an Christus zu nehmen. Schlüssel für die Zukunft seien die christlichen Werte und das von Gott geprägte Menschenbild.

(KNA/see)
 
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