| 13.59 Uhr

Proteste zur Weltklimakonferenz
Polizei löst Blockade am Kraftwerk Weisweiler bei Aachen auf

Aktivisten blockieren Kraftwerk Weisweiler bei Aachen
Aktivisten blockieren Kraftwerk Weisweiler bei Aachen FOTO: dpa, mg abl
Eschweiler. Am Rande der Weltklimakonferenz in Bonn hat es am Morgen eine weitere Protestaktion gegeben. Aktivisten besetzten die Kohlezufuhr zum Kraftwerk Weisweiler bei Aachen. Die Polizei löste die Blockade auf und nahm 13 Personen fest.

Laut Polizei hatten 15 Aktivisten das Braunkohlekraftwerk teilweise lahmgelegt. Wegen der Unterbrechung des Kohlenachschubs musste der Energiekonzern RWE nach eigenen Angaben drei von vier Kraftwerksblöcken über Stunden vom Netz nehmen.

Die Polizei war mit Spezialisten einer technischen Einheit im Einsatz, die die angeketteten Aktivisten loslösten. Sie ermittelt wegen der Störung öffentlicher Betriebe und wegen Hausfriedensbruchs.

Polizei sprach von "Sabotage-Akt"

Die Betriebsüberwachung des Kraftwerks hatte am frühen Morgen die vermummten Personen auf dem Gelände entdeckt und die Polizei alarmiert. Die Aktivisten hatten nach eigenen Angaben eine Bandanlage und einen kleineren Bagger am Kohlebunker des Kraftwerks besetzt und die Kohlezufuhr gestoppt. Das Aktionsbündnis Weshutdown sprach zunächst von mehreren Dutzend Aktivisten auf dem Betriebsgelände. Die Polizei war mit einer Hundertschaft vor Ort. "Das ist ein Sabotage-Akt", sagte ein Polizeisprecher. 

Das Kraftwerk Weisweiler stößt nach Angaben des Bund für Umwelt und Naturschutz NRW auf Datengrundlage von 2015 jährlich 18 Millionen Tonnen Kohlendioxid aus und liegt damit bundesweit auf Platz 5 klimaschädlichsten Anlagen.

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Während sich in Bonn die Staats- und Regierungschefs bei der Weltklimakonferenz als Klimavorreiter inszenierten, schafften die Kohlebagger weiter Tatsachen, heißt es in einer Erklärung des Aktionsbündnisses Weshutdown. Ein Bündnis-Sprecher sagte am Morgen: "Wir nehmen den Kohleausstieg selbst in die Hand."

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, die Polizei habe 15 Aktivisten festgenommen. Das hatte die Nachrichtenagentur dpa zunächst berichtet. Richtig ist, dass nur 13 Aktivisten festgenommen wurden. Wir haben den Text korrigiert.

(lsa/sef/dpa)
 
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