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Klimacamp 2017
Sechs Prozent weniger Kraftwerksleistung im Revier wegen Protesten

Positive Bilanz nach Protestaktionen an Kraftwerken
Positive Bilanz nach Protestaktionen an Kraftwerken FOTO: Dieter Staniek
Grevenbroich. Am Tagebau Garzweiler und an den Kraftwerken bei Grevenbroich hat es am Sonntag noch einige kleinere Protestaktionen gegeben. Eine Sprecherin des Klimacamps 2017 zog eine positive Bilanz des Wochenendes. RWE spricht von geringen Auswirkungen auf den Betrieb. Von Wiljo Piel und Andreas Speen

In den frühen Morgenstunden haben elf Klima-Aktivisten einen Braunkohlebagger im Tagebau Garzweiler besetzt. Die Aktion war nicht von langer Dauer, das Großgerät wurde innerhalb kurzer Zeit wieder geräumt.  Im Tagebau Hambach ketteten sich vier Personen mit Fahrradschlössern an Förderbänder. "Das haben wir ruckzuck wieder gelöst", sagte ein Polizeisprecher. Der Sonntag sei sonst ruhig verlaufen. Die Polizei zog eine insgesamt positive Einsatzbilanz. "Seit Donnerstag konnten wir verhindern, dass Hunderte in die Tagebaue eindringen oder Kraftwerke besetzen."

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Protestler zufrieden mit den Aktionen

Auch eine Sprecherin des Klimacamps zeigte sich "sehr, sehr zufrieden" - mit den Ergebnissen der Blockade-Aktionen des Wochenendes. Es sei gelungen, dass die Leistung der Kraftwerke zeitweilig gedrosselt werden musste.

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Die Sprecherin sprach von 1.500 bis 2.000 Aktivisten, die im Einsatz waren – das ist etwas mehr, als die Polizei schätzt. In der Spitze seien 3.000 Menschen in den Camps in Erkelenz und Bedburg gewesen. Sie übte Kritik am Vorgehen der Polizei. Am Freitag habe ein Demonstrant eine Kopfverletzung erlitten, am Samstag seien fünf Personen mit Verdacht auf Knochenbrüche im Krankenhaus gelandet.

Am Sonntag seien keine weiteren Großaktionen zu erwarten, sagte die Sprecherin weiter. Höchstens Kleingruppen könnten noch einmal spontan tätig werden. Stattdessen bereiteten sich die Aktivisten auf den November vor. In Bonn findet dann die Weltklimakonferenz der UN statt.

RWE will gegen strafbare Handlungen vorgehen

RWE hatte im Vorfeld der Aktionstage im Revier deutlich gemacht, dass der Konzern strafbare Handlungen gegen das Unternehmen und seine Anlagen sowohl straf- als auch zivilrechtlich verfolgen werde. "Das werden wir auch tun", kündigt eine Sprecherin nach den Blockaden der vergangenen Tage an.

Die Proteste von Klima-Aktivisten seien bislang "ohne größere Auswirkungen" auf Tagebaue und Kraftwerke geblieben. "Es ist lediglich für einige Stunden zu einer geringen Reduzierung der Kraftwerksleistung gekommen", sagte die Sprecherin. Bezogen auf die Gesamtleistung im Revier habe diese sechs Prozent betragen.

Welcher Schaden dem Konzern durch die Blockaden entstand, ist noch unklar. "Das werden wir noch aufbereiten", sagte die Sprecherin. "Die Klimacamps sind ja noch nicht zu Ende." Für RWE sei wichtig, dass die vergangenen Aktionstage "überwiegend friedlich verlaufen" seien. "Durch die Besonnenheit aller Beteiligten ist es gelungen, gewaltsame Auseinandersetzungen zu vermeiden."

 
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