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Kriminalität in NRW
Einbruchsradar für ganz NRW gefordert

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Wuppertal. Die Polizei informiert die Bürger in Wuppertal, Remscheid und Solingen über alle Einbrüche in ihrer Gemeinde. Die CDU möchte diese Transparenz auf alle Städte in Nordrhein-Westfalen ausweiten. Von Christian Schwerdtfeger

Im Kampf gegen Einbrecherbanden setzt die Polizei im Bergischen Städtedreieck Wuppertal, Remscheid und Solingen auf Transparenz. Die Sicherheitsbehörde informiert die Bürger wöchentlich über alle Einbrüche in ihrer Stadt. Das sogenannte Einbruchsradar zeigt auf einer Karte alle begangenen Delikte der vergangenen sieben Tagen an. "Damit weiß die Bevölkerung, wo gerade eingebrochen wird und ist dementsprechend aufmerksam", sagte ein Sprecher des Wuppertaler Polizeipräsidiums.

Zeugen melden sich oft erst später

Die Maßnahme wirke nicht nur präventiv, sondern helfe auch bei der anschließenden Aufklärung. So meldeten sich Zeugen im Nachhinein, wenn sie den Einbruch in ihrer Nachbarschaft gesehen haben. "Plötzlich fällt einem Anwohner ein, dass er verdächtige Bewegungen in der Nachbarschaft gesehen hat und meldet diese dann bei uns", sagte der Wuppertaler Polizeisprecher.

Das bedeuten die Gaunerzinken FOTO: RPO

Bislang nutzen nur sehr wenige Polizeibehörden in NRW das neue Instrument. Neben Wuppertal sind es noch die Präsidien in Hamm, Hagen, Bochum und Leverkusen. In der Bayer-Stadt wurde das Einbruchsradar bislang nur eine Woche lange erprobt.

CDU fordert: Alle Daten auf den Tisch

Der CDU-Landtagsabgeordnete und Sicherheitsexperte Gregor Golland fordert, dass die Offenlegung aller Einbrüche flächendeckend in NRW eingeführt wird. "Alle Kreispolizeibehörden im Land sollten wöchentlich eine solche Karte veröffentlichen, auf der die Einbrüche verzeichnet sind. Dann wissen auch die Bürger, wo die Einbruchsschwerpunkte sind. Man darf das nicht länger verschweigen", sagte Golland. "Wenn sich nicht langsam deutlich etwas in der Sicherheitspolitik der Landesregierung ändert, werden die Bürger das Vertrauen in den Rechtsstaat verlieren", betonte der CDU-Politiker.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht sich ebenfalls für flächendeckende Einbruchskarten aus "Das wäre eine gute Sache, weil sie die Leute sensibilisieren. Es spricht nichts dagegen", sagte Gabi Schmidt, Kreisgruppenführerin der GdP im Bergischen Land. Angesichts der steigenden Einbruchszahlen in Nordrhein-Westfalen gebe es auch kein Argument, was dagegen sprechen könnte, sagte sie.

Zahl der Wohnungseinbrüche auf Höchststand

Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Land hat im abgelaufenen Jahr aller Voraussicht nach einen neuen Höchststand erreicht. Die Experten der Polizei rechnen nach Informationen unserer Redaktion für 2015 landesweit mit bis zu 70.000 Einbrüchen - das wären dann so viele wie seit 18 Jahren nicht mehr. Besorgniserregend bleibt nach wie vor die geringe Aufklärungsquote bei Einbruchsdelikten. Nur bei etwa jedem siebten bis achten Fall könne die Polizei demnach die Täter fassen. "Die Rate geklärter Fälle stagniert in NRW", sagte der CDU-Politiker Golland. Die rot-grüne Landesregierung schaffe es seit fünf Jahren nicht, daran etwas zu ändern: "Weil einfach viel zu wenig getan wird, um eine effektive Verfolgung der Straftäter zu ermöglichen", kritisierte der Unionspolitiker.

Einen kleinen Erfolg kann das NRW-Innenministerium immerhin für sich verbuchen. So soll sich die Zahl der versuchten Einbrüche im vergangenen Jahr erhöht haben. "Das heißt, dass viele Einbrüche gescheitert sind", erklärt ein Ermittler der Landespolizei. "Das führen wir darauf zurück, dass Häuser und Wohnungen von den Bewohnern immer besser gesichert werden", so der Fahnder. Die genauen Zahlen zur Einbruchsstatistik hält der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) allerdings noch unter Verschluss. Er will sie erst im März bekanntgeben.

Quelle: RP
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