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Düsseldorf
LKA lädt zum Geldautomaten-Krisengipfel

Fotos: Geldautomaten-Sprengungen in der Region – Chronik
Fotos: Geldautomaten-Sprengungen in der Region – Chronik FOTO: Daniel Bothe
Düsseldorf. Die Polizei hat offenbar keinen Überblick darüber, ob und wie Banken ihre Automaten schützen. Von Christian Schwerdtfeger

Die Serie von Geldautomaten-Sprengungen reißt auch im neuen Jahr nicht ab. Bis zum 14. Januar gab es bereits vier dieser Taten in NRW - in Würselen, Lippetal, Aachen und Bergisch Gladbach.

In keinem anderen Bundesland werden so viele Geldautomaten gesprengt wie in NRW. Im vergangenen Jahr waren es 67 - so viele wie nie zuvor. Beim Landeskriminalamt (LKA) wurde deshalb eine Ermittlungskommission eingerichtet. Bislang konnten jedoch nur 26 Taten aufgeklärt werden. Die FDP wirft Innenminister Ralf Jäger (SPD) deshalb Versagen vor. "Es gibt Grund zur Sorge. Die Zahlen zeigen, dass der dringend notwendige Kontroll- und Fahndungsdruck in NRW in weiten Teilen leider mehr Wunsch statt Wirklichkeit bleibt", kritisiert FDP-Innenexperte Marc Lürbke.

Der Polizei zufolge unternehmen Geldinstitute zu wenig, um ihre Automaten effektiv zu schützen - offenbar oft aus Spargründen. Das LKA hat offenbar keinen Überblick, welche Banken welche konkreten Maßnahmen zum Schutz ihrer Geldautomaten ergreifen.

Dabei kennen die Banken einem Bericht des Innenministeriums zufolge, der unserer Redaktion vorliegt, das Problem seit Jahren. Demnach wurden bereits im Jahr 2009 die Betreiber von Geldautomaten und der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft über Präventionsmaßnahmen informiert. Im Jahr 2011 stellte das LKA den Geldinstituten zudem noch ergänzende Sicherheitsempfehlungen zur Verfügung. Anders als in NRW kommt es in den Niederlanden, Belgien und Frankreich zu deutlich weniger Geldautomatensprengungen - und diese Taten sind deutlich zurückgegangen. Dem Ministeriumsbericht zufolge liegt das an den Präventionsmaßnahmen, wie baulich-mechanischen Schutzvorrichtungen, zusätzlichen Sicherungen von Geldausgabeschachtverschlüssen, Systemen zur Gasexplosionsunterbindung und der Nutzung zertifizierter "Einfärbesysteme". Damit sich auch in NRW etwas ändert, hat das LKA für den 21. Januar zu einem Krisengipfel mit Geldinstituten, der niederländischen Polizei und Bankenvertretern geladen.

Trotz intensiver Ermittlungen konnten bislang nicht viele Täter gefasst werden. Der wichtigste Fahndungserfolg war die Festnahme von drei Männern kurz vor Weihnachten. Ihnen wird vorgeworfen, 13 Geldausgabeautomaten im Raum Kleve gesprengt zu haben.

Quelle: RP
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