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Landgericht Essen
Attentat auf Profiboxer Charr - fünf Jahre Haft

Manuel Charr angeschossen - fünf Jahre Haft für Attentäter
Profi-Boxer Manuel Charr (r.) und sein Anwalt Peter Therstappen sitzen am Montag im Landgericht in Essen. FOTO: dpa, mjh htf
Essen. Knapp sieben Monate nach einem Attentat auf Profiboxer Manuel Charr ist ein 25-jähriger Mann aus Essen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Der Angeklagte hatte gestanden, in einem Döner-Imbiss in Essen auf Charr geschossen zu haben. Der Boxer war durch einen Bauchschuss schwer verletzt worden. Das Urteil vom Montag lautet auf gefährliche Körperverletzung.

Die beiden Männer kennen sich aus der Boxerszene. Hintergrund der Tat war ein Streit um ein Facebook-Video, das die Niederlage Charrs gegen den Letten Mairis Briedis zeigt.

Richter Andreas Labentz bezeichnete die über das Internet geäußerten wechselseitigen Beleidigungen als einen "an Peinlichkeit nicht zu überbietenden Hahnenkampf".

Fotos: Manuel Charr in Essen niedergeschossen FOTO: Foto: Rene Anhuth / ANC-News

Im Prozess hatte die Staatsanwaltschaft sechs Jahre Haft wegen gefährlicher Körperverletzung beantragt. Der Verteidiger des Angeklagten plädierte am Montag vor auf eine zweijährige Bewährungsstrafe. 

Der 25-Jährige Angeklagte hatte Charr am Rande des Prozesses 15.000 Euro Schmerzensgeld angeboten. Das schlug der Boxer allerdings aus.

"Ich habe ihm verziehen", sagte Charr am Montag bei einer erneuten Zeugenvernehmung. "Es würde mir überhaupt keine Freude machen, das Geld auszugeben."

Die Anklage sieht in dem Angebot keinen ernst gemeinten Täter-Opfer-Ausgleich. Man habe eher das Gefühl, Charr wolle den Prozess in eine "PR-Veranstaltung" umwandeln, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens.

 

(lnw)
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