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Schützenfest in Marsberg
Schützen verzichten nach tödlichem Unfall auf Böllerkanone

Marsberg im Sauerland: Schützen verzichten auf Böllerkanone nach tödlichem Unfall
Die drei städtischen Geschütze werden in der Regel von speziell geschulten Mitarbeitern des Ordnungsamtes abgefeuert, wie hier beim Böllern in Neuss 2014. FOTO: woi
Marsberg . Vor einem Jahr explodierte eine Böllerkanone beim Schützenfest im sauerländischen Marsberg , der Schützenkönig stirbt. Ein Jahr nach dem tragischen Unglück ist die Ursache immer noch unklar. In diesem Jahr wird auf die Kanone verzichtet. 

Ein Jahr nach dem tragischen Tod des Schützenkönigs durch eine Explosion verzichten die Schützen in Marsberg im Sauerland in diesem Jahr auf Böllerkanonen. "Wir werden natürlich nicht böllern", sagte der Vorsitzende der St. Magnus-Schützenbruderschaft, Michael Martin, vor dem Fest an diesem Wochenende. "Stattdessen werden im ganzen Ort die Kirchenglocken läuten." Die Ermittlungen zu dem Fall laufen weiter.

Im Juli 2015 war die Kanone beim "Anböllern" des Schützenfestes in Niedermarsberg zerborsten. Ein Metallteil traf den hinter der Kanone stehenden 30 Jahre alten Schützenkönig in den Bauch. Die Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen und dabei auch mehrere Gutachten in Auftrag gegeben. Wann die Ermittlungen abgeschlossen werden können, ist nach Auskunft der Staatsanwaltschaft noch unklar.

Schützenkönig stirbt durch Kanonenschuss FOTO: dpa, bt lof

Man habe das diesjährige Schützenfest umplanen müssen, weil es ja keinen aktuellen König gebe, sagte Martin. "Wir werden am Samstag und Sonntag statt des Königs unsere Bruderschaft und die Jubilare in den Mittelpunkt stellen." Am Montag werde dann ganz normal ein neuer König ausgeschossen.

Damit sei dann auch "das Trauerjahr" zu Ende, sagte der Vorsitzende. In der Schützenfest-Saison 2015 sei der Verein häufig mit den Folgen des Unglücks konfrontiert worden. "Wir hatten ja keinen König und konnten deshalb nur in anderer Form oder auch gar nicht an anderen Schützenfeiern teilnehmen", sagte er.

Die Bruderschaft in dem 8000-Einwohner-Ort sei näher zusammengerückt, sagte Martin. Nun freuten sich die 1100 Mitglieder der Bruderschaft und der ganze Ort auf das Fest, bei dem man natürlich auch dem verstorbenen König angemessen gedenken werde.

(lnw/birk)
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