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Schützenkönig stirbt in Marsberg
Schützenvereine verzichten vorerst aufs Böllern

Schützenkönig stirbt durch Kanonenschuss
Schützenkönig stirbt durch Kanonenschuss FOTO: dpa, bt lof
Marsberg. Aus dem blutigen Böller-Unglück im Sauerland und dem Tod eines Schützenkönigs wollen die anderen Schützenvereine ihre Lehren ziehen: Viele von ihnen werden auf die traditionellen Kanonen verzichten - zumindest vorerst.

Nach dem Unglück bei einem Schützenfest im Sauerland wollen viele Vereine zunächst auf das "Böllern" mit Kanonen und Handböllern verzichten. Am vergangenen Wochenende waren in Marsberg Metallteile von zwei Böllerkanonen abgeflogen und hatten den 30 Jahre alten Schützenkönig tödlich verletzt. "Die meisten Vereine wollen mit dem Böllern aussetzen. Nicht aus Angst, dass etwas passieren könnte, sondern aus Rücksichtnahme auf die Marsberger Schützen", sagte der Vorsitzende des Kreisschützenbundes Brilon, Dieter Braun.

Ohne Böllern geht beispielsweise in diesen Jahr das Fest der St. Michael Schützen aus Meschede-Grevenstein über die Bühne. "Damit wollen wir unsere Verbundenheit mit den Marsberger Schützen zum Ausdruck bringen", sagt Vorsitzender Hubertus Flügge. Im kommenden Jahr werde aber wieder wie gewohnt geböllert. Auch in Sundern-Langscheid und in Arnsberg-Wennigloh schweigen in diesem Jahr die Böller.

Die Untersuchungen zur Unglücksursache in Marsberg gehen weiter. "Wir lassen beim LKA die Rückstände aus den Kanonenrohren untersuchen und ein Gutachter prüft die Geschütze auf Materialfehler", sagte ein Polizeisprecher. Die Kanoniere hätten alle Genehmigungen gehabt, die Kanonen wurden vorschriftsmäßig geprüft. Die Staatsanwaltschaft in Arnsberg hatte nach dem Unglück Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung aufgenommen. 

(lnw)
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