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Gelsenkirchen
Mehr Polizei gegen "No-Go-Areas" in Gelsenkirchen

Nachts unterwegs in Duisburg-Marxloh
Nachts unterwegs in Duisburg-Marxloh FOTO: Christoph Reichwein
Gelsenkirchen. Seit Monaten warnt die Polizeigewerkschaft, dass im Ruhrgebiet Straßenzüge enstehen, in denen die Gewalt regiert und Polizei nicht viel zu sagen hat. An einem Konzept gegen solche "No-Go-Areas" wird derzeit in Gelsenkirchen gearbeitet. Das sieht auch mehr Polizei vor.

Um sogenannte "No-Go-Areas" zu vermeiden, sollen in Gelsenkirchen zusätzliche Bereitschaftspolizisten eingesetzt werden. Zwar gebe es bislang keine rechtsfreien Räume in der Stadt, es mehrten sich aber Vorfälle, in denen Polizeibeamte oder andere Einsatzkräfte Anfeindungen und gewalttätigen Angriffen ausgesetzt seien, sagte Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) laut Mitteilung.

"Immer wieder sehen sich Ordnungskräfte einer wachsenden Respektlosigkeit ausgesetzt", beklagten die Spitzen von Stadt und Polizei nach einem Treffen am Dienstag. Dort hatten sie eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Kontrollen sollen ebenso ausgeweitet werden, wie Hilfsabgebote zum Beispiel durch Sozialarbeiter.

Erst vor eineinhalb Wochen waren in der Ruhrgebietsstadt zwei Streifenpolizisten nach einer Verkehrskontrolle von 20 Männern bedroht und angegriffen worden. Schließlich mussten Beamte einer Einsatzhundertschaft zur Hilfe gekommen, die wegen eines Bundesligaspiels in der Stadt waren.

Auf solche Kräfte der Einsatzhundertschaften will die Gelsenkirchener Polizei künftig auch beim Kampf gegen "No-Go-Areas" zurückgreifen. Ein Konzept, das den Einsatz dieser Unterstützungskräfte vorsieht, werde gerade erarbeitet, teilte Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer mit. Das Innenministerium habe dazu bereits seine Zusage gegeben. Die Polizeipräsidentin hatte sich bereits im Sommer hilfesuchend an Düsseldorf gewendet.

In Duisburg ist die Unterstützung durch eine Einsatzhundertschaft schon seit Jahresanfang Realität. Wesentliche Verbesserungen der Situation gebe es bislang jedoch nicht, heißt es in einem Bericht der Duisburger Polizei, der im November im Innenausschuss diskutiert wurde. Darin beklagte die Polizeidirektion eskalierende Gewalt in einigen Stadtteilen. Straftaten wie Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Schutzgelderpressung, gehörten dort zur Freizeitbeschäftigung, hieß es in dem vertraulichen Papier.

Vor Straßenzügen, in denen sich auch die Polizei nur unter Gefahr bewegen kann, warnt die Gewerkschaft der Polizei seit Monaten. Dabei seien die "No-Go-Areas" kein Duisburger Spezialproblem. Solche Tendenzen seien auch in Gelsenkirchen, Dortmund oder Essen zu beobachten.

 

(dpa/isf)
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